Der SCM schafft es einfach nicht, sich vom elften Tabellenplatz zu lösen. Zwar hatte die Biegler-Truppe auch beim TV Großwallstadt die zwei Punkte in greifbarer Nähe, doch wie schon daheim gegen Flensburg und Kiel, oder auswärts in Göppingen stand man am Ende nach knappen Niederlagen mit leeren Händen da. So bleibt vorerst nichts als die Hoffnung auf das " Setzen " der Partien, die man gewinnen muss. Das Heimspiel am Freitag ( 19. 45 Uhr ) ist ein solches Spiel.

Magdeburg. Der Jubel der Großwallstädter nach dem 32 : 30 ( 17 : 13 ) -Sieg gegen das Team des zukünftigen Trainers in der Aschaffenburger Frankenstolz-Arena war so euphorisch, als hätte man die Meisterschaft gewonnen. Diese Reaktion, und vor allem auch die des völlig aus dem Häuschen geratenen TVG-Trainers Peter David, lässt erahnen, dass trotz aller gegenteiliger Beteuerungen eben doch mehr auf dem Spiel stand als zwei Punkte.

" So eine tolle Stimmung habe ich während meiner TVG-Zeit noch nie erlebt. Ich hatte drei bis viermal Gänsehaut bekommen ", strahlte David wie ein Honigkuchenpferd. " Uns war klar, dass dieses Spiel heute gefährlich ist und, wenn wir verlieren, in die Gruppe um Platz 11, 12 und 13 abrutschen. In der ersten Halbzeit konnten wir uns durch die tolle Quote im Rückraum einen Vier-Tore-Vorsprung erarbeiten. Was mir nicht so gefallen hat, war, dass wir den Sack in der zweiten Halbzeit nicht zugemacht haben. Ich wusste, dass Magdeburg, wenn sich eine Chance bietet, diese ergreifen wird und noch einmal rankommen kann. "

Das war zehn Minuten vor Schluss der Fall. Ein Doppelpack vom überragenden Weber ( elf Tore / davon zwei Siebenmeter ) brachte den SCM auf 24 : 26 heran. In der 55. Minute gelang Grafenhorst per Konter sogar der 27 : 28-Anschlusstreffer. Der Gastgeber behielt aber kühlen Kopf und sorgte 60 Sekunden vor dem Schlusspfiff mit dem Treffer zum 31 : 28 für die Vorentscheidung.

" Der Sieg war bitter. Wir haben einfach über weite Strecken schlecht gespielt ", monierte Torhüter Eijlers das halbherzige Abwehrverhalten, die fünf verworfenen Siebenmeter und den schwachen Rückraum. Trainer Biegler sah es ähnlich : " Wenn man bei so einem schweren Auswärtsspiel bestehen will, muss man in der Defensive andere Akzente setzen. Wir waren in den Zweikämpfen nicht aggressiv genug. Die Mannschaft hat zwar gut gekämpft, aber ihr fehlte in der zweiten Spielhälfte die Qualität, um bei zwei sich uns bietenden Gelegenheiten den Ausgleich zu schaffen. "