Magdeburg. Schade, schade ! Der SC Magdeburg ist gestern Abend nur ganz knapp an einer Sensation vorbeigeschrammt. Nach tollem, hochdramatischem Kampf und offenem Schlagabtausch mit dem Liga-Krösus THW Kiel musste sich die Biegler-Truppe vor 5568 Zuschauern in der Bördelandhalle mit 29 : 30 ( 14 : 15 ) geschlagen geben. Ein Punkt, da waren sich hinterher alle grün-roten Fans einig, wäre aber mehr als verdient gewesen.

Wer, wenn nicht Ex-SCM-Trainer Alfred Gislason wusste, was ihn in der Bördelandhalle erwarten würde - hatten sich die Magdeburger doch seit jeher daheim mit dem Nord-Rivalen spannende Duelle bis aufs Messer geliefert. Und so hatte der Isländer seine Männer bereits vor den Anpfiff auf " Hab-Acht-Stellung " gebracht : " Der SCM ist zu Hause immer eine harte Nuss, wir sind gewarnt. " Und so fackelten die Gäste auch nicht lange. Ratzfatz stand es 0 : 3, so dass Trainer Michael Biegler schon nach gut zwei Minuten eine Auszeit nehmen musste, um seine nervös beginnende Mannschaft " auf Zack " zu bringen.

Mit Erfolg - Jurecki und Rojewski verkürzten postwendend auf 2 : 3 ( 3. Minute ). Doch der Wellenritt ging weiter. Einem kurzen Hoch ( 4 : 6 / 10. ) folgte das nächste Tief ( 4 : 8 / 12. ). Nach einer Viertelstunde hatte der SCM dann endlich seine Linie gefunden. Eijlers kam im Tor auf Touren, die Abwehr packte wesentlich aggressiver zu, und auch vorne wurden die Fehler reduzierte. Tor für Tor wurde so der Rückstand aufgeholt. Als Grafenhorst per Konter den 8 : 9-Anschluss herstellte ( 16. ) war auch die Halle plötzlich da. Doch noch einmal geriet man in einen Zwei-Tore-Rückstand, den der erstmals auch im Angriff agierenden Kabengele mit seinem ersten Tor nach langer Verletzungspause auf 10 : 11 ( 21. ) erzielte.

In der 23. Minute war es dann endlich soweit. Die Hausherren wurden für ihren aufopferungsvollen Kampf belohnt : Wiegert hämmert zum 11 : 11-Ausgleich ein

( 23. ). Gleiches gelang auch dem stark aufspielenden Rojewski ( insgesamt neun Treffer / davon drei Siebenmeter ) beim 14 : 14 kurz vor Halbzeit.

Die zweite Spielhälfte hatte es dann aber in sich. Alles, was ein kampfbetontes Handballspiel ausmacht, wurde dem Publikum geboten. In beiden Deckungsreihen ging es heftig zur Sache. Der Favorit aus Kiel musste sich jedes Tor hart erarbeiten, der SCM sowieso. Als Eijlers das Tor minutenlang vernagelte und die Gastgeber in der 38. Minute sogar mit 19 : 18 erstmals in Führung gingen, van Olphen ja sogar in doppelter Unterzahl das 21 : 20 ( 42. ) erzielte, wurde THW-Coach Gislason an der Seitenauslinie etwas unruhig. Doch sein routiniertes Team brachte die zwei Punkte doch noch mit viel " Dusel " über die Ziellinie. " Ein Riesenkompliment an die Truppe. Das war heute ein großes Spiel, aber mit dem verkehrten Ausgang für uns ", trauerte Trainer Biegler dem " verdienten Punkt " hinterher.

SCM : Eijlers, Müller – Wiegert 3, van Olphen 3, Weber 2, Theuerkauf 1, Grafenhorst 4, Tönnesen 2 / 1, Jurecki 2, Coßbau, Kabengele 3, Rojewski 9 / 3, Böhm, Grohmann.

Kiel : Gentzel, Omeyer – Andersson 6, Ilic 1 / 1, Jicha 7, Lundström 1, Narcisse 4, Palmarsson, Zeitz, Klein 2, Sprenger 4, Ahlm 5, Anic, Wessig.

Schiedsrichter : Fleisch / Rieber ( Ostfildern / Nürtingen ). Zuschauer : 5568. Siebenmeter : SCM 6 / 4, Kiel 3 / 1. Zeitstrafen : SCM 5, Kiel 3.