Magdeburg. " Die Suche geht weiter ... " Der Titelsong des gleichnamigen Albums von Kult-Duo " Rosenstolz " wird langsam aber sicher zum Klagelied des SC Magdeburg. Nachdem sich nach dem Rückzug des Triumvirates Oesterhoff-Meyer-Kaiser bereits die Suche nach einem neuen Präidenten, Geschäftsführer und nicht zuletzt die nach Verstärkung im rechten Rückraum als äußerst schwierig darstellte, gibt es nun auch in Sachen Trainernachfolge schlechte Nachrichten : " Wunschkandidat " Holger Schneider hat sich gestern endgültig gegen das Angebot des Traditionsvereins entschieden, den Handball-Bundesligisten ab 1. Januar 2010 als Trainer zu übernehmen.

Der Ex-DDR-Nationalspieler und Sportdirektor des Zweitligisten HC Empor Rostock hatte gestern Nachmittag in einer persönlichen Presseerklärung mitgeteilt, dass er die Vertragsverhandlungen mit dem Bundesliga-Elften eingestellt habe. " Hierbei habe ich mich von finanziellen Erwägungen allein nicht leiten lassen. Jedoch haben sich meine kurz- und mittelfristigen Zielvorstellungen sowie Strukturüberlegungen nicht als deckungsgleich dargestellt. "

Was wohl im Klartext nichts anderes heißt, als dass die Vorstellungen des 46-Jährigen sowohl über das Gehalt als auch über die strukturellen Veränderungen, die aus seiner Sicht notwendig gewesen wären, um dem ins Mittelmaß abgestürzten ostdeutschen Handball-Traditionsverein wieder zurück in die Erfolgsspur zu verhelfen, nicht mit den Vorstellungen der jetzigen Vereinsführung um Geschäftsführer Eckhard Lesse übereinstimmen.

Da nützte es auch nichts, dass Schneider, dem derzeit auch ein Angebot des griechischen Verbandes vorliegt, als Nationaltrainer zu fungieren, sich ausdrücklich über die " freundliche und offene Verhandlungsatmosphäre " bedankte. Und wenig tröstlich dürfte es für alle Handball-Fans auch sein, dass der einstige Weltklasse-Linksaußen hervorhob, dass er " in zahlreichen Gesprächen neben den eigentlichen Verhandlungen und über Dritte spüren konnte, wie sehr der Bundesligahandball in der Region und darüber hinaus verwurzelt ist " und der SCM es " als Leuchtturm des Handballsports in Deutschland eine engagierte und geschlossene Fortführung verdient hat ".

Während sich Schneider also für die Fortsetzung der begonnenen Arbeit in Rostock entschieden hat und dort jubelt ( Club-Chef Jens Gienapp : " Wir sind unendlich froh über die Entscheidung von Holger. Sein Know-how in Sachen Handball und seine Persönlichkeit haben einen Neuanfang überhaupt erst möglich gemacht. "), geht beim SCM die Suche nach einem Trainer in die nächste Runde. Als Kandidaten werden u. a. neben " Übergangslösung " Christian Prokop ( derzeit Trainer der SCM-Youngsters ), Klaus-Dieter Petersen ( Wilhelmshaven ), Ex-Füchse-Coach Jörn-Uwe Lommel und Markus Baur ( ehemals Lemgo ) gehandelt.

" Es gibt immer einen Plan B, ich habe noch nie ohne gearbeitet ", erklärte Lesse gestern auf Volksstimme-Anfrage, wie es nun weitergeht. " Es gibt, ohne Namen nennen zu wollen, weitere Kandidaten, mit denen wir nun in den nächsten Tagen die Gespräche intensivieren werden. "

Die Gründe, die Schneider nach eigenen Aussagen zur Absage bewegt haben, kommentierte Lesse so : " Wir hatten sämtliche Wünsche und Vorstellungen von Holger Schneider in unserem Angebot verankert. "