Die handballose Zeit hat ein Ende, in der Bördelandhalle übernahm wieder der SC Magdeburg die Regentschaft. Das Saisoneröffnungsspiel lockte gestern Abend gut 4200 Zuschauer in die Heimspielarena der Gladiators – so viele wie schon seit langen nicht mehr bei einem Auftaktmatch. Und auch wenn die kampfstarke Biegler-Truppe 24 : 28 ( 7 : 14 ) gegen den spanischen Champions-League-Sieger Ciudad Real verlor, so machte der Handball-Leckerbissen doch Appetit auf mehr.

Magdeburg. Während der spanische Top-Club von Källman über Abalo bis Fernandez alles, was Rang und Namen hat, auch aufbieten konnte, mussten die Magdeburger von Beginn an mit ihren Kräften haushalten. Die Bank war sehr übersichtlich, denn neben den im Aufbau befindlichen Kabengele und Rojewski konnten auch Krause, Böhm und Coßbau nicht eingesetzt werden.

So begann Biegler in Ermangelung eines etatmäßigen rechten Rückraumspielers auch mit zwei Kreisläufern, dazu gesellten sich in der Anfangsformation die Neuzugänge Eijlers im Tor und Weber auf Rechtsaußen. Tönnesen führte wie eh und je Regie, und van Olphen sowie Wiegert packten auf der linken Seite zu.

Den Torreigen eröffneten die Spanier durch zwei Blitz-Treffer von Gull und Aguinagalde. Von da an lief der SCM einen Rückstand hinterher. Zwar hielt der Gastgeber bis zur 20. Minute ( 6 : 8 ) ordentlich mit – auch, weil der in der 15. Minute eingewechselte Müller gleich ein paar gute Paraden zeigte und u. a. einen Siebenmeter hielt – doch die Kräfte schwanden zusehends.

So gelang es dem mit Stars gespickten Champions-League-Sieger gekonnt, seine Überlegenheit auszuspielen. Die Angreifer trafen sicher im Tempogegenstoß. Auch die Abwehr stand und ließ nach dem 7 : 10 durch Theuerkauf ( 24. ) bis zur Halbzeit kein Tor der Magdeburger mehr zu – 7 : 14.

Trotz des relativ großen Rückstandes hatte man in der zweiten Hälfte nie den Eindruck, dass sich die Biegler-Truppe kampflos in ihr Schicksal fügen würde. Im Gegenteil. Beide Keeper hielten, was zu halten war ( und Müller sogar noch ein bisschen mehr ), kein Ball wurde verloren gegeben und jedes Tor hart erkämpft. So wurde der Rückstand noch einmal entscheidend verkürzt. Am Ende konnten alle trotz der Niederlage erhobenen Hauptes das Feld verlassen. Erfolgreichster Schütze beim SCM war Theuerkauf ( 5 / 2 ).

Ein bisschen gemächlicher und nicht ganz so ernst ging es beim " Vorspiel " der SCM-Oldies gegen die Traditionsmannschaft der Olympiasieger von 1980 zu. Da zeigten die in die Tage gekommenen und schon vielfach leicht ergrauten " alten Kämpen " wie Schimrock, Kurrat oder Liesegang auf der einen sowie Gerlach, Krüger oder Osmann auf der anderen Seite, dass sie das Handballspielen nicht verlernt haben. Zwar reichte die Puste nur noch für 2 x 20 Minuten, aber mit ihren Kempa-Tricks, Rückhandwürfen, Drehern oder Paraden im Tor bewiesen die " Oldies ", dass Alter zumindest nicht vor TORheit schützt. Bei dem offensichtlichen " Spaß an der Freud " geriet das Ergebnis ( 19 : 19 ) völlig zur Nebensache.