Magdeburg. Es war nicht das Gelbe vom Ei, was der SCM im Pokal beim HC Neuruppin auf die Platte brachte. Da aber unterm Strich nur das Weiterkommen zählt, könnte die Biegler-Truppe nach dem 32 : 28 über den Oberligisten sagen : Schwamm drüber ! Dem war aber nicht so, sowohl bei der Rückfahrt als auch gestern wurde das Spiel noch einmal aufgearbeitet. Der Grund : Es ist fünf vor zwölf, und am Sonntag daheim gegen Hannover-Burgdorf ( 15 Uhr ) müssen endlich die ersten Punkte her.

Oberligist gegen Erstligist – es war am Mittwochabend eines der typischen Pokalspiele, in denen der vermeintliche Außenseiter ( HC Neuruppin ) über sich hinauswächst und sich der klare Favorit ( SCM ) mit dem " Rucksack ", deutlich gewinnen zu müssen, schwer tut.

In seiner Euphorie sprach HCN-Trainer Dietmar Rösicke, dessen Mannschaft bravourös gekämpft und " phasenweise weit über ihren Verhältnissen gespielt hat ", hinterher sogar davon, dass der Traum vom Sieg realisierbar war. " Wir waren nahe dran, da war was möglich ", blickte er auf die mitreißende Phase in der zweiten Halbzeit, als Magdeburg wankte und einen Fünf-Tore-Vorsprung verspielte ( 25 : 25 / 53. Minute ). " Doch dazu hätte alles, einfach alles, passen müssen ", schob der Coach nach. " Wäre es uns gelungen, den großen SCM aus dem Pokal zu kegeln, dann wären wir für mindestens 50 Jahre in den Chroniken zu fi nden. "

Dass Christoph Theuerkauf, mit neun Treffern der erfolgreichste Schütze in den Reihen des SCM, die ganze Sache ein wenig anders sieht, liegt in der Natur der Sache : " So dramatisch wie manche das im Nachhinein interpretieren, war es nicht. Meiner Ansicht nach liefen wir zu keiner Zeit Gefahr, das Ding zu verlieren ", so der Kreisläufer. " Wir hatten das Spiel von Beginn an im Griff, und wenn es dann mal eng wurde, der Gegner ausgleichen konnte, haben wir angezogen und sind wieder nach vorne marschiert. "

Allerdings wollte " Theuer " auch nicht verhehlen, dass diese Herangehensweise nicht im Sinne der Sache war. " Natürlich hätten wir den Gegner deutlicher dominieren und höher gewinnen müssen. Erst recht, wenn man wie wir nach drei Niederlagen in Folge in der Liga händeringend nach einem Erfolgserlebnis sucht. Aber am Wollen hat es wirklich nicht gelegen, sondern eher am Müssen ", so der Vize-Kapitän, der, wie der unzufriedene Trainer Michael Biegler auch, nach der Partie Gesprächsbedarf sah : " Wir haben schon auf der Rückfahrt das Spiel kritisch ausgewertet. Und nachdem wir eine Nacht drüber geschlafen haben, wurde auch noch mal intern im Mannschaftsrat und dann im großen Kreis besprochen, was zu tun ist. Jeder weiß jetzt Bescheid ", deutete der 25-J ährige gestern Mittag an, dass Tacheles geredet wurde und sich das Team nach dem " Weckruf fünf vor zwölf " ( Theuerkauf ) in Aufbruchstimmung befi ndet.

Für das Heimspiel am Sonntag gegen den TSV Hannover-Burgdorf, der nach dem Auftaktsieg gegen Balingen und den Niederlagen gegen Großwallstadt und Göppingen mit 2 : 4 Punkten derzeit Rang 12 belegt, könne es deshalb nur eine Devise geben. Theuerkauf : " Wir spielen vor heimischem Publikum gegen den Aufsteiger, da gibt es keine Ausreden oder Diskussionen : Wir müssen es endlich auf die Reihe bekommen und gewinnen. Und ich bin mir sicher, wir werden gewinnen !"