Magdeburg. Sportlich ist der SCM durch den 35 : 16-Erfolg über Stralsund wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt und wahrte so die Minimalchance auf ein EC-Ticket. Zwei Spieltage vor Saisonende hat die Biegler-Truppe allerdings vier Punkte Rückstand auf den Tabellenfünften Flensburg. Die größeren Bauchschmerzen dürften dennoch die fehlenden 600 000 Euro bereiten, die bis zum 4. Juni aufgebracht werden müssen, um die Erstligalizenz für die neue Saison zu erhalten.

Für 60 Spielminuten konnten die SCM-Spieler am Freitagabend sowohl den personellen Engpass meistern als auch die mit den schlechten Nachrichten der letzten Tage einhergehende Verunsicherung ablegen. Zu keinem Zeitpunkt war der Sieg gefährdet, woran allerdings auch der erschreckend schwache Gegner seinen Anteil hatte. So felen die Ausfälle von Rojewski, Kabengele, Vasilakis und Krause, die durch die Youngster Böhm, Grohmann und Coßbau vertreten wurden, nicht großartig ins Gewicht.

Dennoch kann das Ergebnis nicht darüber hinwegtäuschen, dass am Sonnabend beim Auswärtsspiel in Wetzlar ein anderer Wind wehen wird. " Da müssen wir schon noch ein, zwei Schippen drauflegen ", weiß Abwehrchef Steffen Stiebler, dem sich gegen Stralsund die Chance bot, als Torjäger zu glänzen. " Zwei Tore in einer Partie, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann das bei mir zuletzt der Fall war ", so der 37-jährige Routinier. " Nach meinem Comeback habe ich ja gesagt, ich mache nur noch ein Tor, wenn 6000 Zuschauer in der Halle sind. Doch diesmal musste ich einfach honorieren, dass trotz der klar verteilten Rollen in dieser Partie und trotz des Brückentages doch so viele Fans den Weg in die Halle gefunden haben, um uns zu unterstützen. "

Damit das Magdeburger Publikum auch in der kommenden Saison Erstliga-Handball geboten bekommt, muss zuallererst die Finanzlücke von 600 000 Euro geschlossen werden. Nur wenn man diese Summe nachweislich aufbringen kann, ist die Handball-Bundesliga ( HBL ) bereit, dem SCM die Lizenz für die kommende Saison zu erteilen. In diesem Zusammenhang wird der " Notverkauf " von Christian Sprenger immer wahrscheinlicher. Nach Volksstimme-Informationen stehen die Verhandlungen des SCM mit dem zum 30. Juni scheidenden Kiel-Manager Uwe Schwenker um einen vorzeitigen Wechsel des Rechtsaußen zum Rekordmeister kurz vor dem Abschluss. Sprenger selbst hält sich zurück : " Der THW Kiel ist wahrlich nicht die schlechteste Option. Aber solange das alles noch in der Schwebe ist, möchte ich dazu nichts sagen. "

So schmerzlich aus sportlicher Sicht ein Wechsel des Nationalspielers auch wäre, durch die fällige Ablösesumme ( im Gespräch sind 200 000 Euro ) und die Einsparungen eines Spieler-Jahresgehaltes könnte immerhin das Gros des Etat-Defizites gedeckt werden. Wie man den " Rest " zusammenbekommt, soll bei einer Sitzung des SCM-Aufsichtsrates am Dienstag diskutiert werden.

Heinevetter ........................ 3 Müller .................................. 3 Wiegert ............................. 3 Grafenhorst ........................... 2
Van Olphen ........................ 2 Böhm ................................... 3 Tönnesen .......................... 3 Theuerkauf ........................... 3 Jurecki .............................. 3 Sprenger ............................... 2 Stiebler ............................. 3 Grohmann ............................. 3 Coßbau ............................. 3

Die Noten, die von der Volksstimme vergeben werden, bedeuten :

1 = überragend, 2 = stark, 3 = Durchschnitt, 4 = Soll gerade noch erfüllt, 5 = enttäuschend