Heinevetter 2
Müller –
Wiegert 3
Grafenhorst 3
Van Olphen 3
Kabengele 2
Tönnesen 3
Theuerkauf 3
Jurecki 3
Grohmann –
Stiebler 2
Vasilakis 2
Rojewski 2
Coßbau –

Die Noten, die von der Volksstimme vergeben werden, bedeuten:

1 = überragend, 2 = stark, 3 = Durchschnitt, 4 = Soll gerade noch erfüllt, 5 = enttäuschend

Berlin. Feste soll man ja feiern, wie sie fallen – und so ließen sich die Magdeburger Handballer am Diestagabend nach dem fulminanten 28 : 21-Sieg gegen die Füchse Berlin nicht lange bitten. Mit einer tollen zweiten Halbzeit hatte die Biegler-Truppe in der ausverkauften O 2-World nicht nur in die Erfolgsspur zurückgefunden, sondern sich auch Respekt und Beifall des Berliner Publikums verdient. Die anschließende Siegesfeier, die mit Freudentänzen auf dem Parkett begann, endete schließlich beim " Italiener ".

Besondere Ereignisse ziehen oft besondere Reaktionen nach sich. So ließ Michael Biegler nach der Partie zunächst mit einem für ihn außergewöhnlichen Statement aufhorchen: " Wie geil war das denn eigentlich ... !", platzte der Chefcoach in der Pressekonferenz heraus. Danach lobte er die Defensivarbeit, das Rückzugverhalten und Torhüter Heinevetter als " Basis für den Erfolg ". Schließlich belohnte Biegler seine Mannschaft für den " begeisternden Auftritt " auf seine Art – mit einem trainingsfreien Tag.

Aber auch der Trainer selbst erhielt den " Ritterschlag ". Als sich die Halle geleert hatte, feierten die SCM-Fans noch immer auf den Rängen. Eine Gruppe erspähte den Trainer einsam am Spielfeldrand stehend und sang: " Biegler für Deutschland, Biegler für Deutschland. " Das wirkte Wunder: Mit einem Lächeln im Gesicht winkte der Gehuldigte zu den Rängen hinauf ...

Aber auch den SCM-Akteuren ging nach vier Niederlagen in Folge der Applaus in der Berliner O 2-Word " runter wie Öl ". Die Begeisterungsstürme in der mit 14 800 Zuschauern ausverkauften Halle hatten allerdings auch Ausnahme-Charakter, denn noch nie war eine Magdeburger Mannschaft auswärts so bejubelt worden wie an diesem Abend. Vage Schätzungen gehen von zwei- bis dreitausend SCM-Fans aus. Zudem hatte man den Eindruck, dass im Verlauf der Partie die Berliner angesichts der enttäuschenden Leistung ihres Teams, das in Hälfte zwei phasenweise an die Wand gespielt wurde, in Scharen " fahnenfüchtig " wurden ... " Was da gegen Ende der Partie auf den Rängen abging, war schon extrem beeindruckend. In dieser Form habe ich das noch nicht erlebt. Deswegen möchte ich mich mal im Namen der ganzen Mannschaft bei all jenen bedanken, die sich mitten in der Woche auf den Weg gemacht haben, um uns zu unterstützen ", wirkte die " Riesenstimmung " bei Linkshänder Andreas Rojewski gestern noch nach.

Die Vorführung des Gegners vor den Augen der eigenen Fans und Zehntausender, die das Spiel live am Bildschirm verfolgten, war für die Magdeburger auch eine Genugtuung. Die Füchse hatten dem Ost-Rivalen vor der Saison den Kampf angesagt und danach immer mal wieder kleine Seitenhiebe verteilt. Zudem wurde das " Abwerben " von Heinevetter als Riesen-Coup gefeiert.

Um so demütigender ist jetzt die klare Niederlage. Dazu kommt, dass für die Berliner nach der dritten Rückrunden-Pleite in Serie ein EC-Platz in weite Ferne gerückt ist. Und auch die O 2-World entwickelt sich zum Ort des Schreckens. " Die Halle ist emotional ein Riesen-Event, aber eben doch keine Heim-Halle ", haderte Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel mit dem Spielort, nachdem man bereits bei der Premiere gegen Lemgo sieg- und chancenlos war. " Es ist uns einfach nicht gelungen, eine Leichtigkeit zu entwickeln, um Magdeburg mit Verstand unter Druck zu setzen ", so Lommel. " Es haben einfach die Routine und Kälte gefehlt, um den Rückstand aufzuholen. "