Kopenhagen. Zwei Handball-Schiedsrichter aus Dänemark haben Bestechungsversuche vor einem WM-Qualifikationsspiel in Rumänien gemeldet. Wie die Zeitung " Jyllands-Posten " ( Århus ) gestern meldete, wurden den Top-Schiedsrichtern Martin Gjeding und Mads Hansen nach eigenen Angaben im Juni 2008 je 30 000 Euro in einem Koffer geboten, um den Rumänen zu einem Sieg gegen Montenegro zu verhelfen. Sie hätten dies abgelehnt. Die Rumänen gewannen das Spiel genau mit dem zum Weiterkommen nötigen Vorsprung von fünf Toren.

Der Fall wurde im Zusammenhang mit Bestechungsvorwürfen gegen das deutsche Schiedsrichter-Gespann Frank Lemme und Bernd Ullrich bekannt. In dem dänischen Zeitungsbericht hieß es, Gjeding und Hansen hätten dem Schiedsrichter-Betreuer des dänischen Verbandes DHF sowie der Europäischen Handball-Föderation ( EHF ) umgehend vom rumänischen Bestechungsversuch Bericht erstattet. Es sei danach aber nichts passiert. Morten Stig Christensen, Direktor des dänischen Handballverbandes, reagierte verärgert auf die Nichtbeachtung der Anzeige seiner Landsleute : " Das erschüttert uns und zeigt, dass im Handball dringend radikale Veränderungen durchgesetzt werden müssen. "

Noch am Montag hatte die EHF erklärt, dass ihr keine offiziellen Meldungen zu versuchten Bestechungen vorliegen. Generalsekretär Michael Wiederer dazu : " Bei uns wird kein solcher Fall in den zuständigen Gremien behandelt. Ob es Beschwerden von Schiedsrichtern gegeben hat, dass sie sich unter Druck gesetzt fühlten, kann ich nicht sagen. Ich schließe nicht aus, dass es Statements gegeben hat ", sagte EHF-Generalsekretär Michael Wiederer. ( dpa / sid / jb )