Magdeburg - Ein Handballprofi muss ganz schön einstecken können. Davon kann Joel Abati ein Lied singen. Und der 36-Jährige französische Nationalspieler in Diensten des SCM weiß auch : " Doch wenn am Ende der Erfolg da ist, vergisst man das meist ganz schnell. "

Unbestritten beginnt mit den Auftritten des vom französischen Übersee-Departement Martinique stammenden Linkshänder bei der WM seine große Abschiedstournee. Ein Jahrzehnt prägte " Jo ", wie ihn seine Freunde rufen, das Gesicht des SCM.

Der Sympathieträger des Magdeburger Handball-Bundesligisten genießt die Tage bis zum heutigen letzten Vorrundenspiel an seinem Arbeitsort Magdeburg, und die Welle der Zuneigung lässt auch den abgebrühtesten Profi nicht kalt : " Da bekommt man eine Gänsehaut. Ich bin stolz auf das Magdeburger Publikum. Meine Mannschaftskameraden staunen, dass ich hier so beliebt bin. "

Keine Frage : Die Franzosen sind die Lieblinge des Magdeburger Publikums – nicht weit dahinter die Isländer. " Wir haben bisher viel für unser Image getan und bei den Fans gepunktet. Aber das sind hier erst Vorrundenspiele. Die echten Prüfungen bei dieser WM kommen noch ", ist sich Abati sicher.

Recht " gewöhnungsbedürftig " ist jedoch seit Wochen das Abatische Familienleben. Seit die Equipe Tricolore Anfang Januar in Paris im Trainingslager war, gab es nur kurze Treffen, allerdings um so mehr Telefonate und SMS. Ehefrau Paulette und die Töchter Paola ( 7 ) und Chloé ( 3 ) waren anfangs in Paris und sind natürlich jetzt, wo das Team im Maritim-Hotel wohnt, stets in der Joels Nähe. Und dieser weiß das zu schätzen : " Meine Familie ist mir bei allem, was ich tue, immer nah – und sie wird es auch im weiteren WM-Verlauf sein …"