Dortmund / Halle - Die Slowenen witterten Betrug, die Franzosen bemängelten die Organisation, und die Dänen drohten vorübergehend mit Boykott : Die Handball-WM stand zu Beginn der Hauptrunde zum ersten Mal hart in der Kritik.

Besonders der heftige Rundumschlag des slowenischen Trainers Kasim Kamenica löste nur Kopfschütteln aus. Kamenicas Auswüchse seien " unüberlegt, völlig überzogen, für alle erstaunlich und aus dem Frust heraus " geboren gewesen, sagte DHBund OK-Vizepräsident Horst Bredemeier.

Claude Onesta, Trainer von Europameister Frankreich, nahm derweil die seiner Meinung nach unzumutbare Pendelei zwischen den Spielorten aufs Korn. " Ich hoffe, dass dies eine WM des Handballs und nicht des Kommerzes ist. Die Spieler sollten weiterhin im Mittelpunkt stehen ", erklärte Onesta. Sein Team muss in der Hauptrunde mehrfach zwischen den Spielorten Halle / Westfalen und Dortmund sowie der Unterkunft im Hotel Klosterpforte in Marienfeld pendeln : " Die stundenlange Fahrerei ist nicht okay. "

Unzufrieden war Onesta auch mit dem Dortmunder Publikum, das bei der Fußball-WM im vergangenen Sommer von den " Klinsmännern " noch in den höchsten Tönen gelobt worden war. " Meine Meinung wird bei den Dortmundern wohl Enttäuschung hervorrufen. In der Vorrunde in Magdeburg stand eine ganze Stadt komplett hinter der WM, und in Dortmund sind die Tribünen in der Hauptrunde halb leer ", sagte Onesta.