Dortmund - Das Lob überwiegt, die Kritik hält sich in Grenzen : Schon vor dem Start in die Finalrunde gehören die Gastgeber zu den Siegern der Handball-WM. Moderne Hallen, reibungslose Abläufe und die große Begeisterung der Fans setzten beim bisher größten Turnier der WM-Geschichte Maßstäbe. Nicht nur die Funktionäre des Weltverbandes ( IHF ), sondern auch die meisten Trainer und Spieler der 24 teilnehmenden Nationen stellten den Organisatoren ein gutes Zeugnis aus. Der polnische Coach Bogdan Wenta geriet gar ins Schwärmen : " Meinetwegen könnte jede WM in Deutschland stattfi nden. "

Ähnlich wie beim Sommermärchen der Fußballer, als negative Schlagzeilen über angeblich unsichere Stadien Wochen vor der Eröffnung für Unmut sorgten, legte sich auch bei den Handballern mit dem Turnierstart die Aufregung um eine dürftige Vermarktung. Über die zurückliegende Diskussion kann Frank Bohmann im Nachhinein nur lächeln : " Uns liegen erste Zahlen vor. Demnach ist die Medienresonanz gewaltig. Andere Handball-Weltmeisterschaften können da nicht annähernd mithalten ", sagte der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga mit Verweis auf TV-Bilder in 145 Ländern.

Zur Erleichterung der Organisatoren kommt nach zehn Turniertagen niemand mehr auf die Idee, die Handball- mit der Fußball-WM zu vergleichen. Erfreuliche TV-Einschaltquoten und eine Kartenauslastung von etwa 95 Prozent stellen alle Beteiligten zufrieden. " Die Kritik im Vorfeld war ohnehin der Fußball-WM und der übertriebenen Erwartungshaltung geschuldet ", befand Uwe Schwenker, Manager des Bundesligisten THW Kiel.

Mittlerweile verteilt IHF-Präsident Hassan Mustafa bei jeder sich bietenden Gelegenheit Komplimente : " Wir erleben die beste WM überhaupt. Das ist die einhellige Meinung der Delegationen, die alle hochzufrieden sind. " Dem wollte auch Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handballbundes und WMOrganisationschef, nicht nachstehen : " Es ist uns gelungen, die größte WM aller Zeiten zu organisieren. Ob es auch die beste sein wird, mögen andere beurteilen. "

Zwischenzeitliche Misstöne sind schnell verhallt. Ein welliger Hallenboden in Mannheim erzürnte die Dänen, konnte aber in der Nacht vor dem ersten Spiel repariert werden. Frankreichs Nationalcoach Claude Onesta stand mit seiner Kritik an den weiten Fahrwegen zwischen den Spielen allein auf weiter Flur. Und Sloweniens Trainer Kasim Kamenica bekam für seine verbale Entgleisung nach der Niederlage gegen Deutschland, als er in Wut über die Schiedsrichter von einer " Schande für die IHF und den DHB " gesprochen hatte, einen Rüffel des Weltverbands.

Mit Genugtuung nahm Mustafa zur Kenntnis, dass auch beim hochsensiblen Thema Doping die befürchteten Schlagzeilen ausblieben. Der zu Turnierbeginn wegen angeblich positiver Werte aus dem Kader der Kroaten verbannte Davor Dominikovic darf mittlerweile wieder Hand anlegen, weil seine in einem spanischen Labor untersuchte Probe verwechselt worden war. " Es gibt nicht einen Dopingfall ", sagte der IHF-Präsident.