Als bekennende Naschkatze bin ich derzeit in Köln, wo gestern Abend das spannende WM-Viertelfi nale Deutschland gegen Spanien eine ganze Stadt und 19 000 Zuschauer in der Kölnarena in Atem hielt, genau zum richtigen Zeitpunkt Gast. Hier fi ndet nämlich gerade Deutschlands größte " Süßwarenmesse " statt. Das erfuhr ich vom lokalen Radio-Reporter, der mir einen Messebesuch mit giftgrünen Sauerbomben, Ess papier, das ein Tattoo auf der Zunge hinterlässt ( das muss ich unbedingt Kretzsche erzählen ), schwimmenden Zucker-Schiffchen für den Kaffee und Krackern mit nur einem Prozent Fett schmackhaft zu machen versuchte.

Mit durchschlagendem Erfolg, denn sofort tropfte mir der süße Zahn. Schließlich habe ich schon sehr früh festgestellt, dass es bei mir einen kausalen Zusammenhang zwischen Süßigkeiten und Gehirnleistung gibt, deswegen liegt beim Schreiben fast immer irgendetwas Essbares in greifbarer Nähe.

Doch ich bin zum Glück nicht alleine mit meiner Schwäche für Kalorienbomben. Denn wie ich bei meiner völlig unrepräsentativen Süße-S ünden-Umfrage erfahre, sind auch unsere Handballer echte " Leckermäulchen ". Kreisläufer Sebastian Preiß beispielsweise greift bei Gummibärchen oder Schokolade zu. Lars Kaufmann isst " total gerne " Marzipan. Zwei-Meter-Mann Pascal Hens – Spitzname unsinnigerweise Pommes – lutscht mit Vorliebe Schokoladenbonbons.

Torhüter Johannes Bitter, der sogar wenn er im Tor steht Kaugummi kaut, bevorzugt nicht etwa Bitter- sondern weiße Schokolade. " Bei Schokolade fällt es den meisten von uns schwer, nein zu sagen ", verrät der Magdeburger kein Geheimnis. Denn es ist allgemein bekannt, dass sich viele Leistungssportler mit zusätzlichen Glückshormonen versorgen. Und nur wenige halten es wie Nationlspieler Carsten Lichtlein. Der Keeper ist aber kein " Süßer " und kommt auch an Schokolade vorbei, ohne schwach zu werden. " Wenn überhaupt, dann höchstens mal ein Kaugummi. " Zuckerfrei versteht sich ! Also normal ist das nicht, finde ich.