Magdeburg l Der SC Magdeburg steht am Freitagabend (19.45 Uhr) gegen den HC Erlangen vor dem Bundesliga-Heimspiel eins nach der 15-Tore-Niederlage gegen Hannover. Um optimal darauf vorbereitet und vor allem auch erfolgreich zu sein, bräuchte SCM-Trainer Bennet Wiegert nicht nur einen guten taktischen Plan, sondern auch Röntgenaugen. Dann könnte er nämlich in die Köpfe seiner Spieler hineinschauen und wüsste so in etwa, ob das bereits gut 14 Tage zurückliegende Debakel im Hinterstübchen noch omnipräsent ist, oder eben nicht.

So aber bleibt die sicher nicht ganz abwegige Frage nach den seelischen Befindlichkeiten seiner Spieler unbeantwortet, und Wiegert kann nur von sich ausgehen: „Für mich spielt Hannover natürlich nach wie vor eine Rolle. Auch wenn ich selbst nicht weiter darauf rumhacken will, diese Niederlage hat sich tief eingebrannt, denn es war einfach mega-krass.“

Vorausschauend auf das Punktspiel gegen den Aufsteiger aus Erlangen gibt es aus seiner Sicht nur einen einzigen Ausweg: „Wir können die Vergangenheit nicht mehr ändern, aber was wir können, ist, unsere Zukunft selbst bestimmen. Es muss uns irgendwie gelingen, das Eingebrannte aus den Köpfen wegzukratzen.“

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Um die Begleitumstände dieser Begegnung und die personellen Probleme beim SCM, der nach wie vor um die angeschlagenen Dario Quenstedt (Knie) und Nemanja Zelenovic (Nasenbein gebrochen) bangt, wissen die Gäste aus Mittelfranken natürlich. Um den Druck noch zusätzlich zu erhöhen, schiebt HC-Trainer Robert Andersson den Magdeburgern vier Tage vor Nikolaus die Favoritenrolle in die Schuhe: „Wir können ganz befreit aufspielen, haben als Außenseiter nichts zu verlieren.“

Dass der Aufsteiger mit nur zwei Punkten weniger als der SCM im Mittelfeld rangiert und den Vorteil hat, sich nicht Spieltag für Spieltag im Kampf um den Klassenerhalt aufreiben zu müssen, ist für Wiegert „keine Überraschung“. Erlangen habe dank seines finanziellen Backgrounds einen sehr guten Kader. „Ich zolle dem, was sie auf die Platte bringen, großen Respekt.“