Dass es für den Burger BC 08 schwierig werden würde, den Schnitt von zuletzt sieben eigenen Treffern zu halten, stand außer Frage. Dass sich der Fußball-Landesligist beim Magdeburger SV Börde allerdings mit einer torlosen Punkteteilung begnügen musste, hatten wohl vor dem Sonnabend nur die wenigsten erwartet.

Magdeburg/Burg l Die Farbkombination "knallrot trifft weiß" war am Sonnabend nach gut einer Stunde nicht mehr angesagt. Mathias Herms setzte in den letzten 30 Minuten des Spiel lieber auf solides Schwarz an den Füßen. Auch wenn der modische Aspekt beim Schuhwechsel des BBC-Rechtsaußen sicher eine untergeordnete Rolle gespielt haben mochte und wohl eher die Länge der Stollen ausschlaggebend war - zur erhofften Stabilität fand Herms in der Schlussphase des Spiels nicht mehr; die gesamte Mannschaft tat es nicht.

"Wir sind eben keine Maschinen", stellte Hartmut für all jene klar, die nach zuletzt sechs Siegen in Serie einen möglichen Auswärtserfolg bei abstiegsbedrohten Magdeburgern als reine Formsache angesehen hatten. Wohlwissend, dass auch die am besten geölte Maschine der Welt ihren Dienst versagt, wenn sich feiner Sand ins Getriebe mischt: "Ein paar von uns waren heute nicht so gut drauf. Es gab immer einige Kleinigkeiten, die uns am Erfolg gehindert haben", bekannte der BBC-Trainer.

Gar nicht so gering fiel die Überraschung seiner Spieler aus, als sie in der Anfangsphase überaus bissigen Gastgebern gegenüberstanden. Der MSV Börde stand enorm hoch, setzte bereits zehn Meter hinter der Mittellinie zum Pressing an und machte so einen geordneten Burger Spielaufbau unmöglich. "Wir haben 20 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu finden", bekannte Müller. So startete Magdeburgs Stürmer David Berlin nach elf Minuten aus abseitsverdächtiger Position durch, setzte seinen Lupfer aber zu hoch an. In der Folge manifestierte sich der Unterschied beider Teams auch in der Einstellung: Während der BBC seine noch suchte, hatten die Platzherren sie sofort gefunden - wenngleich diese in so manchem Zweikampf fragwürdig war. Bei konsequenterer Ahndung der Vergehen durch Schiedsrichter Maximilian Scheibel hätte vor allem Bördes Jeton Spahija den Halbzeitpfiff nicht mehr vom Platz aus vernommen, sondern wäre mit der Ampelkarte vorzeitig ausgeschieden. "Darin will ich aber nicht die Schuld suchen", so der Gästetrainer. Viel eher bemängelte Müller selten gekannte Probleme beim Herausspielen von Torchancen. Eine Direktabnahme von Kevin Schulz (39.) blieb die einzige Burger Möglichkeit im ersten Abschnitt.

Die Wahl der falschen Entscheidung blieb auch in der zweiten Hälfte ständige BBC-Begleiterin. Weil die Magdeburger das Zentrum gut zustellten, hätten sich Angriffe über die Flügel als probates Mittel erweisen können, zumal die Landeshauptstädter Schnelligkeitsdefizite offenbarten. Doch Herms wie auch Schulz blieben auf ihren Seiten blass. Impulse lieferten eher noch die Außenverteidiger Alexander Siemke und Steven Plünnecke.

Nachdem die Gäste eine MSV-Druckphase samt bester Einschusschance für Liridon Spahija (59.) überstanden hatten, boten sich noch einmal Räume. "Das Mittelfeld von Börde hat irgendwann schlapp gemacht. Aber wir haben nicht schnell genug gespielt", bemängelte Müller, der wie die 85 Zuschauer im Guts-Muths-Stadion keine zwingenden Chancen mehr zu sehen bekam und die Punkteteilung demnach auch folgerichtig ausfiel. Wie ein Rückschritt fühlte sich diese aus BBC-Sicht dann aber doch nicht an: "Das war kein Beinbruch. Wir sind sicher nicht der Gewinner, aber auch nicht der Verlierer dieses Spieltags."

Magdeburger SV Börde: Angerstein - Heise (60. Maß), Schacker, Schaffranke, Wolff, Mähnert, J. Spahija, Scheinhardt, Wunderling, L. Spahija, Berlin

Burger BC 08: S. Krüger - Behr, Benkel, Siemke, Plünnecke, Herms, Zimmer, Schulz, M. Krüger, Teege (81. Pfennighaus), Peseke

Tore: Fehlanzeige; SR: Maximilian Scheibel (Calbe), Norbert Herzog, Mathias Rommel; ZS: 85