Die Laufsportler des Jerichower Landes haben den ersten "langen Kanten" des Jahres mit Bravour bewältigt. Beim 4. Tangermünder Elbdeich-Marathon belegten die Starter des Kreises auf den einzelnen Distanzen vordere Plätze. Auf der Hauptstrecke errang Frank Tripke (Genthiner RC) mit dem dritten Gesamtrang das beste Ergebnis. Zudem liefen die Oldies im 1400-Teilnehmer-Feld mehrfach auf das Podest.

Tangermünde. Frank Tripke hat auf den letzten Metern noch einmal alle Kräfte mobilisiert. Das Ziel vor Augen, spürte er den Atem eines Konkurrenten im Nacken und setzte zum Schlusssprint an. "Dass der Läufer hinter mir auf der Halbmarathonstrecke unterwegs war, habe ich erst hinterher bemerkt", sagte Tripke augenzwinkernd. Tatsächlich reichte es für den 44-Jährigen Genthiner erstmals zu einem Platz auf dem Podium - in 2:55 Stunden überquerte er als Gesamtdritter die Ziellinie. "Im Vorjahr bin ich Vierter geworden, schön, dass es nun zu Platz drei gereicht hat", sagte Tripke, dem jedoch weniger die Endplatzierung als die neue persönliche Bestzeit über die 42,195 Kilometer wichtig war.

Dabei hatte er selbst mit diesem "Höhenflug" nicht gerechnet. "Ich bin eher gleichmäßiges Tempo gelaufen. Als ich auf der zweiten Runde den vor mir laufenden Viertplatzierten überholt habe, wusste ich, dass es diesmal reicht", sagte der Läufer, der im Elbe-Ohre-Cup "Stammgast" ist. Seinen Erfolg in der Frühphase der Saison sollte ihm Motivation für die weiteren Wettkämpfe der Laufserie im nördlichen Sachsen-Anhalt geben. Denn: "Die Konkurrenz in meiner Klasse M 40 ist noch stärker geworden." Unter anderem Frank Winter auf Rang acht.

Stärkere Konkurrenz spürte auch Vorjahressiegerin Jenny Weinmann im Nacken. Anders als 2010, mischten sich diesmal auf der Marathonstrecke zahlreiche starke Berlinerinnen in das Feld, die vor der Genthinerin einkamen - Rang fünf am Ende für sie, wobei sie ihre Vorjahreszeit um gut 15 Minuten verfehlte. Ehemann René sprach von einem "tollen Lauftag in Tangermünde", aber auch: "Ich wäre gern zwei, drei Minuten schneller gewesen." Er belegte Platz 16. Ebenfalls flott unterwegs war Sohn Paul auf der 10-Kilometer-Strecke. Knapp unter 40 Minuten landete er auf einem starken 14. Platz. Noch zügiger war der Genthiner Jörg Scheffler auf Rang zwölf in 38:45 Minuten.

Einen nicht eingeplanten dritten Platz in ihrer Alterklasse belegte Beate Bolle aus Genthin auf der Halbmarathon-Distanz. Sie kam nach glänzenden 1:52 Stunden ins Ziel. Sie war damit mehr als sieben Minuten schneller als im Vorjahr.

Aus den wie immer stark besetzten Laufgruppen der Region ragten einmal mehr die "Oldies" heraus. So feierten Siegfried Klose (LG Ihleläufer Burg) und Anneliese Hünecke (Genthiner RC) über die zehn Kilometer Altersklassensiege. Auch die Ergebnisse von Jutta Derz (LG Genthin) und Klaus Randel (LG Ihleläufer Burg) können sich auf der Kurzstrecke sehen lassen.

Auf der Halbmarathon-Distanz avancierte Volkmar Windelband aus Parey zum schnellsten Läufer des Kreises (29.), gefolgt vom Ihleläufer-"Chef" Gerald Schmidt (61.) und dem Güsener Handballer Arne Buchheister (71.). Stark unterwegs waren einmal mehr Detlef Ernst aus Tucheim und Maria Cisek vom PSV Burg.