Alles war gut vorbereitet für den Saisonhöhepunkt bei der SpG Gerwisch/Lindenweiler: Ein Moderator spielte Musik ein, die G-Junioren des Vereins bildeten eine Fußball-Eskorte und auch die Zuschauer, allen voran die Gästefans, sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse. Allein das wichtigste am gestrigen Tag, die sportliche Leistung, passte nicht ins Bild – die Gastgeberinnen unterlagen im Landespokal-Halbfinale Eintracht Bad Dürrenberg klar mit 0:6 (0:2).

Gerwisch. Als Liane Mengel in der 55. Minute mit einem fulminanten Schuss aus 20 Metern das 4:0 für den Süd-Landesligisten aus Bad Dürrenberg erzielte, ließ auch die letzte Spielerin in Reihen der SpG Gerwisch/Lindenweiler den Kopf hängen. Zwar rief ihnen Trainer Achim Stier noch ein paar aufmunternde Worte zu, doch der Traum, das Finale im Landespokal Sachsen-Anhalts zu erreichen, war geplatzt.

Wer weiß, wie die Partie auf dem Gerwischer Sportplatz verlaufen wäre, wenn Josefine Lieske in der 37. Minute mit ihrer "Bogenlampe" nicht an die Latte, sondern ins Tor zum 1:1 getroffen hätte. Dennoch waren die Gäste die dominierende Mannschaft. Nach einer schwachen ersten halben Stunde, "als wir auf Augenhöhe gespielt haben" (Stier), führte ein schneller Vorstoß der Eintracht zum 1:0 durch Mengel, die mit einem Schuss ins lange Eck vollendete (35.). Zuvor musste SpG-Torhüterin Maria Schmidt zweimal in höchster Not klären. Insofern war der Führungstreffer verdient, zumal Bad Dürrenberg nicht locker ließ. In der 45. Minute spielte die agile Stefanie Schmucker ihre individuelle Klasse aus, drehte sich um Abwehrspielerin Franziska Thiem und vollendete zum 0:2.

Dies war der Knackpunkt in der Partie, auch wenn Stier in seiner Halbzeitansprache mehr Pressing forderte. Er löste seine beiden Sechser-Positionen auf und suchte "die Flucht nach vorne". Die Taktik ging nicht auf – die Gäste, die immer wieder schnell und schnörkellos nach vorne spielten, erhöhten durch Schmucker (52.) und die überragende Kapitänin Mengel auf 4:0. Die Partie war entschieden. Apropos Kapitänin: Kathleen Stier konnte auf SpG-Seite keine Impulse setzen, war im Angriff oft auf sich allein gestellt. Auch das Fehlen von Antje Meseberg und Nicole Kassner schlug sich im SpG-Spiel nieder.

Die letzte halbe Stunde entwickelte sich zum Trauerspiel. Nicht nur, dass die Eintracht durch Schmucker und Susanne Poost auf 6:0 erhöhte (62., 68.), vielmehr ergaben sich die Gastgeberinnen ihrem Schicksal. Kein Kampf, keine Laufbereitschaft und unzählige technische Fehler machten es dem Gegner leicht, das Ergebnis noch eindeutiger zu gestalten. "Sie waren uns konditionell und athletisch überlegen", resümierte Stier, in dem Wissen, dass in Hinblick auf die anvisierte Meisterschaft in der Landesliga Nord noch sehr viel Arbeit vor ihm liegt.

SpG Gerwisch/Lindenweiler: Schmidt – Weinreich, Thiem, Lieske, A. Duda, Strunk, Köppe (58. K. Duda), Weingut (70. Neuber), Hübenthal, Ruthsch, Stier (78. Balke)

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