Der Burger BC hat in der Fußball-Landesklasse 1 endgültig den Kontakt zu Spitzenreiter Möringer SV verloren. Im Nachholspiel kam der Zweitplatzierte beim Kreiskonkurrenten FSV Borussia Genthin nicht über ein 0:0 hinaus.

Genthin (kga/okr). Nach Spielende hätte die Gefühls- lage beider Kontrahenten unterschiedlicher nicht sein können. Während die Gastgeber das torlose Remis wie einen Sieg feierten, haderten die Gäste mit der eigenen Leistung, dem Schiedsrichter und dem Gegner. "Das war heute kein schöner Fußball. Leider haben wir es nicht verstanden, Genthins Spielweise mit einem Tor zu bestrafen", sagte BBC-Trainer Hartmut Müller. Sein Gegenüber, Frank Grabowski, sah dies naturgemäß anders: "Riesen Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben kompakt gestanden und hinten wenig zugelassen."

Tatsächlich sahen die rund 360 Zuschauer ein Derby ohne große Höhepunkte. Zwar schlugen die Kreisstädter, die ohne die "Achse" Jörn Eschholz, Franz Zimmer, Steven Peseke auskommen mussten, die technisch feinere Klinge, blieben aber in der Offensive meist ideen- und damit harmlos.

Die Borussen versuchten von Beginn an mit einer massiven Abwehr die Räume zu verengen und dem Gegner keine Torschusschancen zu ermöglichen. Maximilian Reinshagen organisierte seine Hintermannschaft gut, auch Patrick Harendt machte BBC-Spielmacher Sandro Becker das Leben schwer. "Das war schon manchmal an der Grenze des Erlaubten. Wir er ohne Gelbe Karte auskam, ist mir ein Rätsel", sagte Müller, der vor allem der guten Torchance von Danny Schalla, der einzigen in der ersten Halbzeit, hinterhertrauerte.

Auf der anderen Seite starteten die Gastgeber einige Entlastungsangriffe. Scharfschüsse von Kevin Wolf (16.) und Julien Zander (32.) verfehlten knapp das Gehäuse.

Nach dem Seitenwechsel schienen die Borussen den Respekt vor dem Gegner abgelegt zu haben. Aus einer weiter sicher agierenden Abwehrreihe heraus spielten die Genthiner mutiger nach vorne und beschäftigten die Burger. Torraumszenen blieben jedoch Mangelware. Das Geschehen spielte sich zwischen den Strafräumen ab, ansonsten blieben beide Abwehrreihen stets Herr der Lage. "Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, stattdessen uns der Spielweise des Gegners angepasst", sagte Müller. Er wollte nicht den Schiedsrichter für den Ausgang der Partie verantwortlich machen, merkte aber an: "Es gab drei Gelbe Karten für uns, eine für Genthin. Das Verhältnis stimmte nicht."

Frank Grabowski verwies dagegen auf die geschlossene Mannschaftsleistung seines Teams, das nun bereits seit fünf Begegnungen ohne Niederlage ist und sich bereits ein Polster von 13 Zählern auf den ersten Abstiegsrang geschaffen hat. "Das war heute ein gefühlter Sieg."