Nach insgesamt 18 Spieltagen in ihrer zweiten Landesober-liga-Saison können die Volleyballer des Burger VC 99 auf eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken. Mit Rang vier in dieser Liga wurde die beste Platzierung in der Vereins-geschichte erreicht. Die zwischenzeitlich von Fans und Spielern erhoffte Krönung – ein Medaillenplatz – blieb am Ende jedoch aus.

Burg (rgä/bjr). Der kleine Makel, nur aufgrund des minimal schlechteren Satzverhältnisses an Platz drei vorbeigeschrammt zu sein, wog in den Augen von Trainerin Jessyka Postolla jedoch alles andere als schwer: "Vielleicht blicken die Spieler mit einem lachenden und zugleich einem weinenden Auge auf die Saison zurück. Aber ich bin in erster Linie zufrieden und stolz auf das, was wir erreicht haben. Wir haben eine wahnsinnig gute Saison gespielt, sind am Ende in der Tabelle dort angekommen, wo wir uns selbst vorher nie vermutet hätten."

Bedenkt man, dass die Mannschaft im vorigen Jahr gegen den Abstieg gespielt hat, muss man der Trainerin uneingeschränkt beipflichten. Zumal vor der Saison die Frage im Raum stand, ob das Team den personellen Umbruch, der sich vor der zweiten Landesober- liga-Saison vollzogen hatte, verkraften würde. Immerhin verließen ganze sechs Spieler nach dem ersten Jahr die Mannschaft.

Doch mit den Neuzugängen gelang es nicht nur, die Weggänge adäquat zu ersetzen, der BVC erlebte gar einen echten Qualitätssprung. Kevin Jasper stellte sich auf der Mittelposition als Top-Verstärkung heraus, über die Außenposition bereicherte Stephan Müller das Burger Angriffsspiel. Im Laufe der Saison platzte dann auch der Knoten bei BVC-Eigengewächs Georg Blum sowie bei Carsten Graßhoff. Zuspieler Dirk Hagendorf, der das Kapitänsamt von Dennis Raab übernommen hatte, fand sich schnell in seine neue Rolle hinein. Im Außenangriff standen noch die bewährten Kräfte Alexander und Sebastian Behr sowie Olaf Prellwitz zur Verfügung. Die Mittelposition nahmen Dennis Raab, Joris Sawallisch und René Fischer bei Verfügbarkeit ein. Auf dem Liberoposten war Jörn Malter erste Wahl. Angesprochen auf die Eckpfeiler des Erfolges tat sich Postolla schwer, einen einzelnen Akteur hervorzuheben: "Die größte Stärke ist der Teamgeist. Unser Stammsechser fand innerhalb kürzester Zeit zusammen und bildete stets eine verlässliche Einheit. Ein großes Lob verdient auch die ungeheure Eigenständigkeit der Mannschaft." Arbeitsbedingt stand die Trainerin in dieser Spielzeit unter Woche nur selten zur Verfügung und so musste die Mannschaft das Training meist in Eigenregie durchführen – mit Erfolg, wie sich zeigte.

Insgesamt standen in dieser Saison zehn Siege acht Niederlagen gegenüber. Auffällig war vor allem der gute Start in die Spielzeit 2010/2011. Kämpferisch stark und mit spielerischer Bravour wurden die beiden Auswärtshürden in Weißenfels und beim USV Halle I bewältigt. Einer Niederlage gegen den Staffelfavoriten und späteren Meister VC Bitterfeld-Wolfen folgte das erste siegreiche Heimspiel gegen Medizin Magdeburg.

Wirklich enttäuscht haben die Burger in dieser Saison eigentlich nur einmal, nämlich beim rabenschwarzen Auftritt in der Rückrunde bei Medizin Magdeburg. "Da haben wir vielleicht die entscheidenden Punkte für den Medaillenplatz liegengelassen", bekannte auch Postolla, schickte aber umgehend hinterher: "Dieses Spiel haben wir schnellstmöglich abgehakt."

So wurde in den folgenden Partien recht schnell deutlich, dass der Kampf um Klassenerhalt in dieser Saison einen weiten Bogen um Burg machen würde. "Wichtig", wie auch Postolla fand: "Da hatten wir die nötige Ruhe im Kopf, als wir gemerkt haben, dass wir durch sind." Zur Endphase der Spielzeit schielte man beim BVC also sogar in Richtung der vorderen Plätze. Und so war am Abschlussspieltag in Stendal bei einigen Spielern die Enttäuschung unübersehbar, als trotz des eigenen Sieges das Endergebnis aus Zeitz über das Handy lief und klar wurde: Für Platz drei hat es dieses Mal nicht gereicht.

Was von der Saison bleibt, ist vor allem die Erinnerung an begeisternde Heimspiele in der Sporthalle Burg-Süd. Für die gute Stimmung während der Heimspiele sorgte die treue Fangemeinde, die die Heimspielstätte in ein Tollhaus verwandelte. "Dafür möchten wir noch einmal ¿Danke‘ sagen", so Sebastian Behr. Auch die Trainerin stimmte mit ein: "Man wird auch außerhalb der Spieltage von den Leuten auf der Straße angesprochen. Wir haben in dieser Saison einen großartigen Rückhalt erfahren, konnten uns immer auf die Unterstützung verlassen. Schön ist es auch, wenn uns die Gastmannschaften regelmäßig auf die Klasse-Stimmung in der Halle ansprechen."

In den nächsten Wochen will die Mannschaft erst einmal die Saison "sacken lassen". So wird das Team einige Freizeit-Turniere an den Wochenenden besuchen. Die offizielle Saisoneröffnung ist für Anfang Juli vorgesehen. Obwohl bis dahin noch einige Tage ins Land gehen, laufen derzeit die Personalplanungen für die neue Saison bereits auf Hochtouren. Mit Marco Hagemeier (USC Magdeburg) und Sören Lambrecht (CV Mitteldeutschland II) kann das Team künftig aller Voraussicht nach nicht nur auf zwei in Burg altbekannte sondern auch regionalligaerfahrene Spieler bauen. "Mit Platz vier wissen wir nun, wo wir auch künftig stehen wollen. Der Blick geht nach oben", blickte Postolla optimistisch auf die nächste Saison voraus. Denn eines gilt beim BVC wie auch allerorts: Mit dem Erfolg wachsen die Ambitionen.

   

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