Gerwisch/Salzwedel (okr/hpl). Zwei Tore in der Schlussminute, drei überlebenswichtige Punkte und nur noch fünf Zähler vom rettenden Ufer entfernt – die SG Gerwisch hat im Nachholspiel der Fußball-Landesliga den letzten Strohhalm ergriffen und mit einem 3:2-Sieg bei Eintracht Salzwedel den Kampf um den Ligaverbleib wieder spannend gemacht. "Wir haben uns als Mannschaft präsentiert und uns nie hängen lassen", sagte ein überglücklicher Trainer Thomas Sauer nach 90 nervenaufreibenden Minuten.

Zu den Matchwinnern aus Gästesicht avancierten Markus Rogge, der in der Nachspielzeit zum Sieg traf, und Doppeltorschütze Mario Träbert. "Solche Leute, die nicht nur als Spieler, sondern auch als Menschen unseren Verein am Leben halten, brauchen wir", verteilte der Trainer ein Sonderlob an den Routinier.

Obwohl die Gerwischer nur mit einer Rumpftruppe beim Tabellensiebten in der Altmark antraten, spielten sie von Beginn an befreit auf. "Ich habe versucht, den Druck von ihnen zu nehmen. Das hat man auch im Spiel gesehen", sagte Sauer. Nach einem ersten Schuss von Mathias Herms (4.) besaß André Schacker die erste riesen Chance zur Führung, als sein Schuss von einem Salzwedeler noch auf der Linie geklärt wurde (10.). Auf der anderen Seite zeigte sich Torhüter Marco Pranke bei einem Distanzschuss auf dem Posten (8.). Bis dahin spielten die Blau-Weißen beherzt nach vorne und überzeugten kämpferisch. Lohn war das 1:0. Nach Foul an Herms verwandelte Träbert den fälligen Elfmeter (23.). Die Freude über die Führung währte nur kurz. Nach einer Ecke kam Stefan Schmidt frei zum Kopfball – 1:1 (27.), wobei Pranke der Ball unglücklich durch die Beine rutschte.

Der Ausgleich beflügelte die Eintracht, die nun vermehrt vor dem Gästetor auftauchte. Nach einem Freistoß lupfte Marian Falkenhagen den Ball über das Tor (43.). Aber auch Gerwisch blieb gefährlich: Andre Lisak schoss freistehend drüber (39.).

"Die Chancenverwertung war wieder einmal unser Manko", sagte Sauer. Und in der zweiten Halbzeit schienen sich diese Unzulänglichkeiten erneut zu rächen. Nach einem Freistoß von Falkenhagen faustete Pranke den Ball zu Gregor Roth, der mit einem fulminanten Volleyschuss das 2:1 für Salzwedel erzielte (53.).

Trotzdem gab sich Gerwisch nicht auf. In der 66. Minute scheiterten Herms und André Schacker frei vor dem Keeper. Für ihren unermüdlichen Einsatz wurden sie schließlich in den Schlussminuten belohnt. Zunächst vollendete Träbert, der frei durch war, clever zum 2:2 (89.). Dann erzielte der eingewechselte Rogge in Torjägermanier den umjubelten 3:2-Siegtreffer (90.).

"Sicher, heute war auch etwas Glück dabei, aber das braucht man in unserer Lage auch einmal", sagte Sauer, der angesichts des nun wieder möglichen Klassenerhalts verkündete: "Wir werden weiter keinen Druck aufbauen, aber alles versuchen, die Punkte noch einzufahren."

SG Gerwisch: Pranke – Schönfeld, Hoppe, Tangermann, Lisak, Dudziak, Herms, Tietz (63. Karlowsky), Träbert, J. Schacker, A. Schacker (73. Rogge)

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