Berg- und Talfahrt in der Tischtennis-Oberliga: Hinter dem DJK Biederitz liegt eine durchwachsene Hinrunde in der Staffel Nord-Ost. Der Aufsteiger errang zwar in elf Spielen fünf Siege, kam aber angesichts von sechs Niederlagen nicht über Rang acht hinaus. "Wir können überhaupt nicht zufrieden sein", sagt Mannschaftskapitän Marcus Schmidt und fordert von sich und seinen Mitspielern eine klare Leistungssteigerung in der morgen startenden Rückrunde.

Biederitz. Die Ernüchterung ist in diesen Wochen groß im Lager des DJK Biederitz. Ob Spieler, Funktionäre oder Fans, der Verein hatte sich nach der Rückkehr in die Oberliga mehr erhofft. Auch wenn nach Saison-Halbzeit in Sachen Abstieg noch längst keine Entscheidung gefallen ist, wissen alle Beteiligten um den Ernst der Lage. "Jeder Einzelne muss nun sein wahres Leistungsvermögen abrufen", sagte Schmidt vor dem richtungsweisenden Rückrundenauftakt am Sonnabend gegen die Reinickendorfer Füchse II (13 Uhr) und den TTC Börde (18.30 Uhr).

Dabei verlief der Saisonstart für das nominell stark besetzte DJK-Team nach Plan. Bei Blau-Weiß Vetschau errangen die Biederitzer einen 9:1-Sieg. "Vielleicht haben einige gedacht, dass das ein Selbstläufer wird", sagte Schmidt. In jedem Fall war die folgende fünfwöchige Spielpause nicht gerade förderlich, die Spannung aufrecht zu erhalten. Beim Heimauftakt gegen den TTC Eberswalde kassierte die Mannschaft eine völlig unerwartete 5:9-Niederlage. "Von da an agierten wir völlig neben der Spur, lief nichts mehr zusammen", sagte Schmidt, der sich selbst nicht aus der Kritik nahm.

Dass die Mannschaft in der Lage ist, mit den Besten der Liga mitzuhalten, bewies sie gegen Tennis Borussia Berlin (9:6), den TSV Stahnsdorf (9:7) und eben im Derby gegen den TTC Börde (9:5). "Das sind alles Mannschaften, die jetzt in der Tabelle vor uns stehen", wies der Kapitän auf ein Kuriosum hin. Im Umkehrschluss verlor Biederitz gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel wie Hertha BSC III (5:9), SSV Landsberg (6:9) und Borussia Spandau (7:9). Und auch die Tatsache, dass zehn von elf Partien recht knapp ausgingen, ist ein Beleg, dass die Oberliga in diesem Jahr ausgeglichen besetzt ist.

Ob dies für den Neuling aus dem Jerichower Land ein Vor- oder Nachteil ist, wird sich in der Rückrunde zeigen. Fakt ist, dass die Spieler ihre Nerven in den Griff bekommen müssen. Vor allem die Nummer eins, Radoslaw Kulczycki, muss trotz seiner ausgeglichenen Einzelbilanz (12:10-Punkte) zulegen. "Im Tischtennis muss die Nummer 1 vorangehen, daran richten sich die anderen auf", sagte Schmidt. Beim Blick auf die Bilanzen wird aber auch deutlich, dass vor allem Neuzugang Eric Osbar an Nummer 2 (7:14) und Tomasz Marciniak an Nummer drei (6:15) noch viel Luft nach oben haben. Zudem trifft Tamasz Tabor an Nummer vier "seit seiner Hochzeit keinen Ball mehr", merkte Schmidt augenzwinkernd an.

Er weiß, dass die Schonfrist vorbei ist und alle Akteure zulegen müssen, um die Klasse zu halten. Entsprechend haben sie die Winterpause auch genutzt. Die polnischen Akteure schlossen sich in der Heimat einem Verein an und absolvierten Sparrings-Spiele, und auch Marcus Schmidt hat in Biederitz privat Extra-Einheiten eingelegt. Alles Belege, dass der DJK in der Rückrunde nichts dem Zufall überlassen will. "Wenn jeder 10, 20 Prozent mehr gibt, werden wir unser Ziel erreichen. Ich hoffe, wir zeigen ein anderes Gesicht", versprach der Kapitän vor allem im Hinblick auf das Prestigeduell am Sonnabend gegen den Nachbarn TTC Börde Magdeburg.