Der Harz bleibt für die Landesliga-Fußballer der SG Blau-Weiß Gerwisch kein gutes Pflaster. Eine Woche nach der 1:5-Niederlage bei Einheit Wernigerode mussten sich die Blau-Weißen auch im Nachholspiel beim VfB Germania Halberstadt II am Sonnabend mit 1:4 (1:2) geschlagen geben. Auch wenn die Luft im Abstiegskampf immer dünner wird, gibt man sich bei der SG weiter kämpferisch.

Gerwisch/Halberstadt (bjr/hpl). Auf den ersten Blick mag es paradox erscheinen. Da kehrt sein Team mit einer 1:4-Klatsche im Gepäck aus Halberstadt zurück und trotzdem wirkt der Optimismus von SG-Trainer Thomas Sauer nach dem Spiel wie neu belebt. Der Coach hob vor allem die kämpferisch gute Leistung seiner Mannschaft hervor. "Jeder im Team hat sich förmlich zerrissen. Alle haben das gegeben, was zu geben ist", sagte Sauer.

Beleg dafür ist ausgerechnet der frühe 0:1-Rückstand (17.). Denn diesen bogen die Gäste nur 60 Sekunden später um, als Marcus-Antonio Bach nach Vorlage von Philipp Baumgartl zum 1:1 einschob (18.). Auch danach drückte Blau-Weiß auf das Halberstädter Tor. Denis Schönfeld (25.) und Mario Träbert (34.) hatten die Chance zur Führung auf dem Fuß, scheiterten aber. Und das Unheil nahm seinen fast schon gewohnten Lauf. Quasi mit dem Pausenpfiff gingen die Platzherren durch Friedrich Reitzig, der drei Verteidiger aussteigen ließ, mit 2:1 in Front (45.).

Im zweiten Abschnitt blieb die Germania am Drücker. Ließ Florian Köhler zunächst noch Milde mit den Gäste walten (49.), war wenig später erneut Reitzig zur Stelle und markierte das 3:1 (52.).

In dieser Phase sollte sich das Spiel entscheiden, zu Ungunsten der Gäste. Diese mussten ab der 53. Minute ohne den agilen Bach auskommen, der verletzungsbedingt das Feld verließ. Wenig später dann der endgültige Knackpunkt im SG-Spiel: Nachdem Baumgartl im Halberstädter Strafraum gefoult wurde, trat Schönfeld vom Punkt aus an – und scheiterte an Kischel, der den Schuss mit einer starken Parade entschärfte. Nun war der Wille der Blau-Weißen gebrochen. Martin Krüger besorgte das abschließende 4:1 (68.).

"Trotz des Ergebnisses bin ich nicht unzufrieden. Die Gegentore nach Standardsituationen sind das Grundproblem. Wenn wir das abstellen, sehe ich uns auf einem guten Weg", lautete Sauers Fazit.