Lostau ( dhü / mwu ). Der Schweiß rann ihm über die Schläfen, über die Wangen, über die Nase : Hinter Rüdiger Czarnetzki und Nicky Rogge lag soeben Schwerstarbeit, die gegen den RSV Krofdorf erst 35 Sekunden vor dem Ende belohnt wurde. Der 3 : 2-Erfolg in ihrem zweiten Spiel am Sonnabend in heimischer Halle machte Czarnetzki natürlich Mut für die kommenden Aufgaben. Der Endrunde um die Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga waren die beiden Schützlinge des gastgebenden RC sowieso einen guten Schritt näher gekommen, Rang drei hätte für den Einzug gereicht. Aber Czarnetzki und Rogge hatten das ganz große Ziel vor Augen – den ersten Platz. Den erreichte das Lostauer Team, und deshalb hat es am Sonnabend, 29. Mai, zur Relegation erneut Heimrecht. Ab 14 Uhr geht es dann erst recht um Liga zwei.

Bei dieser Qualifi kation begegneten sich alle Mannschaften mit großem Respekt. Kein Team wagte das absolute Risiko, lediglich Ronny Sievers und Tim Fahlberg, die sich in Spezialeinheiten so akribisch auf das Turnier vorbereitet hatten, suchten auch nach einer klaren Führung immer den Vorwärtsgang – was ihnen zum Verhängnis wurden. Selbst Manfred Wunderling vom RC empfand in Anbetracht der Vorbereitung beider Schützlinge von Post Magdeburg II etwas Mitleid, Sievers und Fahlberg belegten letztlich mit zwei Punkten den letzten Platz. Dabei musste Fahlberg, 21 Jahre, nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Sievers mit einem Ersatzmann weiterspielen. Es lief an diesem Tag alles gegen die Magdeburger.

Es lief dagegen alles für die Lostauer, die auf Diszplin und Sicherheit setzten, die lange ihre Sperren hielten, in den meisten Spielen herrschte dieses taktisch geprägte Bild. Rogge und Czarnetzki gewannen das Auftaktmatch gegen Post II mit 3 : 1, damit hatten sie bereits eine wichtige psychologische Hürde genommen, " denn die Magdeburger liegen uns eigentlich nicht ", sagte Czarnetzki.

Gegen Krofdorf machten es die Lostauer spannend : Rogge fand zwischen den beiden Gästeakteuren in der zweiten Minute die Lücke zum 1 : 0. Eine Unaufmerksamkeit, als die doppelte Sperre vor dem eigenen Gehäuse den Schuss nicht verhindern konnte, führte zum 1 : 1 ( 4. ). Aber Czarnetzki antwortete prompt mit dem 2 : 1, Rogge hatte die riesige Chance auf dem Vorderrad, den dritten Treffer zu erzielen vor der Pause – und vergab. Czarnetzki wusste indes : " In solch einem Turnier wird jeder Fehler bestraft ", ihm sollte das in den zweiten sieben Minuten passieren. Davor lagen viele ungünstige Momente. Der Reifen seines Fahrrads war geplatzt, Rogge kämpfte allein zwischen den Pfosten, bis das Ersatzrad zur Verfügung stand, kurze Zeit später wechselte Czarnetzki nach Reparatur auf sein altes Gefährt – und leistete sich den Ballverlust, der zum 2 : 2 führte. Die ganze Halle raunte ein letztes Mal in diesem Match, als der 25-Jährige diesmal vor dem gegnerischen Tor auftauchte – und den unerwartet flachen Ball wählte zum 3 : 2-Siegtreffer. " Das üben wir immer im Training ", sagte Czarnetzki lächelnd. Und das zahlte sich aus.

Er sollte nicht nur fl ache Bälle spielen, sondern im Turnierverlauf auch noch Bogenlampen schlagen aus der eigenen Hälfte heraus zum zählbaren Erfolg, während Rogge zwischen den Pfosten die gegnerischen Bälle aufhielt. Lostau gewann gegen SG Lückersdorf mit 4 : 2, gegen die SG Niederlauterstein mit 5 : 3 und unter dem großen Beifall der Zuschauer abschließend gegen den SV Naurod mit 6 : 2. Dafür hatte sich jeder Tropfen Schweiß gelohnt.

Endstand : 1. RC Lostau 21 : 10 Tore / 15 Punkte ; 2. SG Lückersdorf 21 : 14 / 9 ; 3. RSV Krofdorf 16 : 17 / 7 ; 4. SG Niederlauterstein 17 : 21 / 7 ; 5. SV Naurod 15 : 22 / 3 ; 6. Post Magdeburg II 15 : 20 / 2

Damit qualifiziert : RC Lostau, SG Lückersdorf, RSV Krofdorf