Gerwisch (okr). Da konnte er sich eine Träne nicht verkneifen: Am vergangenen Mitwoch wurde Jürgen Heinemann nach 35 Jahren als Schiedsrichter-Ansetzer im Fußball-Verband Sachsen-Anhalt verabschiedet. Dazu versammelte sich auf Initiative von Hans-Georg Günther beim Landesliga-Punktspiel in Gerwisch die führende Schiedsricher-Riege des Landes, um ihrem "Jockel", wie er stets genannt wurde, noch einmal "Danke" zu sagen. "Es war schon eine schwere Entscheidung", sagte Heinemann, der sicher noch ein paar Jahre als Ansetzer weiter gemacht hätte. Der FSA entschied zuletzt anders.

Der Burger begann Mitte der 70er Jahre als Schiedsrichter, stand später sogar im Oberliga-Gespann von Bernd Heynemann an der Linie und pfiff in der DDR-Liga. Parallel fungierte er als Schiedsrichter-Ansetzer, erst in der Bezirksliga, später in der Verbands- und Landesliga. "Es war immer toll, mit dir zusammen zu arbeiten", sagte Regionalliga-Schiedsrichter Felix Schwermer aus Magdeburg.

Und wer weiß, vielleicht hat der Ruhestand von Jürgen Heinemann auch etwas Gutes: "Das Telefon stand schon manchmal bis zum Abend nicht still. Meine Frau hat mich aber immer unterstützt", sagte "Jockel" und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht.