Der Güsener HC hat es geschafft – ähnlich der vergangenen Saison sind die Handballer am letzten Spieltag dem Abstieg aus der Oberliga entkommen. Mit dem 26 : 24 ( 14 : 14 ) -Erfolg am Sonnabend gegen den Jessener SV wurde der 13. Tabellenplatz behauptet.

Güsen. GHC-Trainer Peter Arndt muss nach Ertönen der Schluss-Sirene eine riesen Last von den Schultern gefallen sein. Gelöst und freudestrahlend fiel er seinen Spielern um den Hals. Und auch die Umarmung mit Betreuer Heinz Klewe, der an seinem 49. Geburtstag wohl das schönste Geschenk überhaupt erhalten hatte, muss gut getan haben. " Wir haben heute diesen unbändigen Siegeswillen gezeigt, der uns über das gesamte Jahr ausgezeichnet hat. Diesmal hat auch das Ergebnis gestimmt ", sagte Arndt, der angesichts von 21 Niederlagen in der Saison wohl viele Tränen zu trocknen hatte. Diesmal waren es Freudentränen.

Natürlich war auch der siebente Sieg dieser Spielzeit ein " Verdienst der gesamten Mannschaft ", betonte der Trainer. Dennoch hob er aus der kämpferischen Leistung seines Teams zwei Spieler heraus – Carsten und Tobias Beyer. Die Brüder brachten ihr Team in der Schlussphase auf die Siegerstraße. Während Tobias, der für den ebenfalls stark haltenden Christopher Bretschneider ins Tor kam, vier Paraden am Stück zeigte, avancierte Carsten mit zehn Treffern zum besten GHC-Schützen.

Carsten Beyer war es auch, der den Torreigen für die Gastgeber eröffnete ( 2 : 0, 3. ). Doch schon in dieser frühen Phase des Spiels war klar, dass Jessen sich nicht kampflos geschlagen geben würde. Die Gäste glichen bis zum 6 : 6 aus, dann zog Güsen durch Treffer von Kevin und Christian Haßbargen auf 10 : 8 ( 23. ) davon. Zwei Minuten später erhielt der Jessener Daniel Kretschmann nach grobem Foul an Martin Müller die Rote Karte – alles schien für den GHC nach Plan zu laufen.

Diesen psychologischen und personellen Vorteil konnten sie aber bis zur Pause nicht nutzen. Obwohl in der Abwehr gut gearbeitet wurde, gelangen dem Gegner selbst in Zeitnot wichtige Treffer zum 14 : 14-Halbzeitstand. Daran konnte auch die 6-0-Deckung, die Arndt seiner Sieben verordnete, nichts ändern.

Auch nach der Pause blieb es ein verkrampftes, von beiden Seiten hart geführtes Match. Als die Gäste nach 40 Minuten erstmals auf zwei Tore davon zogen ( 18 : 16, 19 : 17 ), schien sich das Blatt zu wenden. Kurz darauf gerieten Martin Müller ( Güsen ) und Martin Walde ( Jessen ) aneinander und erhielten beide die Rote Karte.

Dies schien ein Wecksignal für die Hausherren zu sein. Vor allem Carsten Beyer lief nun " heiß " und traf vorne wie er wollte. Mit drei Toren in Folge wandelte er den 19 : 21-Rückstand in eine 22 : 21-Führung um. Längst stand die Halle Kopf und auch die Spieler wussten, dass dies der Knackpunkt im Spiel gewesen sein musste. Zwar glich Jessen noch zweimal bis zum 24 : 24 aus, zog aber spätestens bei den Paraden von Tobias Beyer entnervt den Kürzeren. Den Rest erledigten Carsten Beyer und Chris Hoffmann zum 26 : 24-Endstand.

" Die Nerven lagen heute sicher blank. Aber ich denke, der Sieg war verdient ", sagte Peter Arndt und fiel kurz darauf auch noch Abteilungsleiter Michael Hoffmann in die Arme.

Güsener HC : Bretschneider, T. Beyer – K. Haßbargen ( 7 / 5 ), Hoffmann ( 1 ), C. Beyer ( 10 ), C. Haßbargen ( 5 / 1 ), Klewe ( 3 ), Salomon, Schwab, Müller, Steindorf, Buchheister, Eichner, Garbrecht

Siebenmeter : Güsen ( 8 / 6 ), Jessen ( 5 / 4 )

Zeitstrafen : Güsen ( 3 ), Jessen ( 6 ); Rot : Martin Müller ( Güsen ), Daniel Kretschmann, Martin Walde ( Jessen )