Für die 53 : 64 ( 21 : 27 ) -Niederlage am Sonnabend gegen den Haldenslebener SC in der Basketball Landesliga-Nordwest sah der Burger BV eine gehörige Mitschuld bei den Schiedsrichtern. Vereinsvorsitzender Steffen Voigt, der sich seit zehn Jahren für den Basketballsport in Sachsen-Anhalt engagiert, hat noch nie so eine parteiische Schiedsrichterleistung gesehen. Tino Schmidt, Center des BBV und selbst aktiver Schiedsrichter, zog sogar einen vorzeitigen Spielabbruch in Erwägung. Ein ungleiches Verhältnis bei Fouls ( 4 : 22 ) und Freiwürfen ( 6 : 28 ) schien die Vermutung des BBV zu erhärten.

Burg / Haldensleben ( stv ). Die Partie beim Tabellenvierten begann mit zwei Punkten durch Burgs Kapitän Torsten Ramme ( 14 Punkte ). Eine Minute später kassierte Tino Schmidt sein erstes Foul und für die Gastgeber ging Patrick Heger an die Freiwurflinie. Er vergab beide Versuche. Weil Schmidt sich wegen des Fouls beschwerte, kassierte er sofort ohne Vorwarnung ein technisches Foul. Mit dieser Art von Bestrafung sollte er im weiteren Verlauf des Spiels nicht alleine bleiben.

In der Folge entwickelte sich ein offenes Spiel, bei dem der Burger BV aber nie den eigenen Punktestand wusste, weil die Anzeigentafel für diese Feldhälfte einen Defekt aufwies. Haldensleben erzielte einen Großteil der Punkte von der Freiwurflinie. Immer wieder entschieden die Schiedsrichter auf Foul. Bis zum Ende des ersten Viertels geriet der BBV mit 11 : 15 ins Hintertreffen. Beim Stand von 16 : 19 zeigte sich Burgs Trainer Dirk Uhlemann mit einer Schiedsrichterentscheidung nicht einverstanden. Prompt wurde er mit einem technischen Foul bestraft. Uhlemann kassierte ein weiteres Foul, obwohl er sich nur lautstark über sich selbst ärgerte. Der Trainer musste somit die Spielerbank verlassen und Haldensleben ging für sechs weitere Freiwürfe an die Linie, die Alexander Konrad ( 28 Punkte ) allesamt verwandelte.

Die Situation drohte zu eskalieren, als die Schiedsrichter ein weiteres technisches Foul gegen die Spielbank verhängen wollten. Sie waren nicht mit der lautstarken Unterstützung der mitgereisten Burger Zuschauer, die sich wegen der kleinen Halle direkt hinter der Spielerbank einfinden mussten, einverstanden. In einer weiteren Situation duldeten die Unparteiischen einen anderen Freiwerfer als den ursächlich gefoulten Akteur. Für Tino Schmidt war das Fass übergelaufen. Er wollte das Spiel abbrechen. In einer Mannschaftsbesprechung einigte sich der BBV jedoch aus sportlicher Fairness auf eine Fortführung der Partie.

In Halbzeit zwei entspannte sich die Situation etwas und es kam erstmals so etwas wie Spielfluss auf. Strittige Entscheidungen bei Ausbällen blieben aber an der Tagesordnung. Kurz vor Spielende kam der BBV sogar noch unerwartet auf 51 : 54 heran. Die Distanzwürfe, die in der Schlussminute die Entscheidung bringen sollten, verfehlten jedoch ihr Ziel.

Mit der 53 : 64-Niederlage rutschte der Burger BV auf Rang sieben der Liga ab. Somit kommt es am 15. Januar gegen den BC Anhalt II ( Rang neun ) zu einem vorentscheidenden Spiel im Kampf gegen den Abstieg. Vereinsvorsitzender Steffen Voigt stellte nach den Geschehnissen am Wochenende fest : " Schiedsrichter können Fehler machen. Sie sind ebenso wie die Spieler nicht unfehlbar. Leistungen wie am Sonnabend nehmen jedoch allen beteiligten Akteuren die Freude am Basketball, egal ob Gewinner oder Verlierer. "

Burger BV : Röxe ( 15 ), Ramme ( 14 ), Müller ( 13 ), Klamt ( 6 ), Schmidt ( 3 ), Krotki ( 2 ), Brennecke, Delikhoun, Voigt