Für den SV Chemie Genthin brechen in der 1. Handball-Nordliga schwere Zeiten an. Auch im achten Spiel ging die Mannschaft von Spielertrainer Silvio Keil am Sonnabend ohne Punktgewinn von der Platte. Gegen die SG Neuferchau / Kunrau unterlag der Aufsteiger mit 23 : 26 ( 12 : 15 ). " Wir wussten, dass es schwer wird, wollen aber die Saison auf jeden Fall durchziehen. Trotz aller Umstände ", sagte Betreuer Olaf Juling.

Genthin. Wer die Mannschaft nicht kannte und am Sonnabend in der heimischen Sporthalle beim Warmwerfen zusah, wähnte sich bei einem Traditionsspiel. Torhüter Klaus Lange feierte an diesem Tag seinen 59. Geburtstag und mit Werner Feye stand ein zweiter Mann zwischen den Genthiner Pfosten, der mit 58 Lenzen auch auf reichlich Erfahrung zurückblicken kann. Und auch die meisten anderen der 14 " Chemiker ", so zeigte eine Blick auf den Spielberichtsbogen, sind bereits im Herbst ihrer Handball-Karriere angekommen. Vorab sei aber klargestellt : Die Routiniers boten erneut eine vorbildliche Leistung und hielten Genthin mit ihren Aktionen lange im Spiel.

" Eigentlich wollten wir Oldies ja als zweite Mannschaft eine ruhige Kugel in der Kreisliga schieben. Als jedoch die erste Mannschaft aufstieg und mehrere Spieler den Verein verließen, mussten wir aushelfen ", sagte Olaf Juling, der bei dem Verein Betreuer und Organisator in Personalunion ist. Ein Personalproblem hat Chemie indes nicht, der Kader ist zumindest in der Breite gut aufgestellt. Dennoch blieben die Spieler, egal ob jung oder alt, ihre Tauglichkeit für die 1. Nordliga bislang schuldig.

Gleichwohl waren die Genthiner gegen den Tabellenvierten erneut dicht am ersten Saisonerfolg dran. Bis zum 5 : 5 gestaltete der Gastgeber die Partie offen. Vor allem Patrick Theuerkauf, dem mit 24 Jahren wie auch David Mangelsdorf ( 23 ) die Zukunft im Team gehört, traf immer wieder aus dem Rückraum. Auch hinten " hat die Abwehr diesmal wirklich gut gestanden ", sagte Juling. Vor allem die Torhüter zeigten mehrere Paraden, der Mittelblock um Spielertrainer Silvio Keil packte zu.

Die Gäste schienen zunächst beeindruckt, gingen aber Mitte der ersten Halbzeit trotz zeitweiliger Unterzahl in Führung ( 10 : 7 ) und hatten zur Pause mit 15 : 12 die Nase vorn. Grund für den Genthiner Rückstand war erneut die schwache Chancenverwertung. Zwar war Keil am Kreis bemüht, Lücken zu reißen, dennoch kam insgesamt gerade von den Außen zu wenig. Dieser Trend setzte sich in der zweiten Halbzeit fort. Zwar blieb Chemie vor allem durch Treffer von Michael Mäser ( 7 ) und David Mangelsdorf auf Schlagdistanz ( 16 : 19 ), näher kam der Tabellenletzte aber nicht heran. " Das lag vor allem an Undiszipliniertheiten, die uns Zeitstrafen bescherten ", sagte Olaf Juling. Dadurch zog Neuferchau / Kunrau auf 25 : 19 davon – die Entscheidung. Die Treffer zum 23 : 26-Endstand bedeuteten nur noch Ergebniskosmetik, stand Chemie am Ende wieder mit leeren Händen da.

" Dennoch war das heute eine unserer besten Saisonleistungen, vor allem kämpferisch. Darauf lässt sich aufbauen. Am kommenden Wochenende wollen wir gegen Stendal endlich den Bock umstoßen ", sagte Juling. Dann sind vor allem die Routiniers wieder gefragt.

SV Chemie Genthin : Feye, Lange – R. Keil ( 4 ), S. Keil ( 2 ), Rebischke, B. Mangelsdorf, Stübing, Beudt, Schröder, D. Mangelsdorf ( 4 ), Theuerkauf ( 5 ), Mäser ( 7 ), Jorra ( 1 ), Lehmann