Der 23. Spieltag der Saison in der Fußball-Landesklasse, Staffel I, steht ganz im Zeichen der westaltmärkischen Derbys. Dabei richtet sich das Augenmerk zum einen Richtung Liesten und zum anderen Richtung Kalbe/Milde.

Salzwedel l Im Liestener Waldstadion erwartet nämlich der gastgebende SVL den SV Eintracht Salzwedel zum Duell. Beim VfL Kalbe/Milde gastiert dagegen der Diesdorfer SV. Dagegen müssen der SSV 80 Gardelegen beim Haldensleber SC II und der FSV Heide Letzlingen beim Spitzenreiter Kreveser SV Farbe bekennen. Der Anpfiff erfolgt auf allen Plätzen morgen um 15 Uhr.

SV Liesten 22 - SV Eintracht Salzwedel 09 (Hinspiel: 0:2/SR: Elfi Schwander). In der Vorsaison trennten die beiden Nachbarn fast noch Welten, in dieser Spielzeit aktuell gerade einmal fünf Zähler. Das liegt aber auch daran, dass die Liestener in der Rückserie bisher nicht in die Gänge kommen. Gerade mal drei Punkte sammelte die Mannschaft von Trainer Sigmar Pätzold nach dem Jahreswechsel, was natürlich viel zu wenig für den Titelverteidiger, der Woche für Woche mit akuten Personalsorgen zu kämpfen hat, ist. Im Derby gegen Salzwedel sind die Pätzold-Schützlinge allerdings mit Sicherheit voll motiviert und streben den zweiten Erfolg in der Rückrunde an. Allerdings spielt dabei auch die personelle Besetzung beim SVL eine bedeutende Rolle.

"Ich glaube, wir sind mittlerweile auf Augenhöhe mit Liesten", verrät Salzwedels Trainer Burghardt Schulze mit Blick auf die Ergebnisse in der zweiten Halbserie. Zuletzt bezwang seine Mannschaft mit Uchtspringe und Krevese (jeweils 3:2) zwei Topteams in Folge. "Es wird sicherlich ein interessantes Spiel. Für uns ist es ein Derby, nicht mehr und nicht weniger", so Schulze. Der weiß, dass Liesten "vielleicht die besseren Einzelspieler hat, doch ich glaube, als Mannschaft funktionieren wir besser". In der Hinrunde bestätigte die Eintracht dies und siegte dank zweier Treffer von Dennis Röhl, der diesmal wohl wieder den Kasten hüten muss, mit 2:0. "Wir werden auch diesmal auf Sieg spielen", verspricht Salzwedels Trainer, der nach wie vor auf die verletzten Maximilian Müller, Mario Heinicke, Christian Minkus und Stefan Rosenberg verzichten muss.

VfL Kalbe/Milde - Diesdorfer SV (Hinspiel: 0:6/SR: René Knopp). Die Hoffnungen auf den Klassenerhalt sind in Kalbe längst begraben worden. "Der Zug ist abgefahren. Aber wir wollen die Saison nun vernünftig zu Ende bringen. So etwas wie in der vergangenen Woche in Havelberg darf uns nicht mehr passieren", weiß VfL-Co-Trainer René Kusch. Die Mildestädter hatten die Reise nur mit neun Spielern antreten können, die Partie wurde zur Halbzeit beim Stand von 0:4 aus VfL-Sicht abgebrochen. "Diesdorf steht ebenfalls unten drin. Wir wollen diese Chance nutzen und die drei Punkte in Kalbe behalten", verspricht Kusch, der vermutlich bis auf Marco Thormann - der ist angeschlagen, eine Einsatzchance besteht aber noch - alle Akteure aufbieten kann. "Wir werden den Gegner ganz sicher nicht auf die leichte Schulter nehmen", verspricht sich Kalbes Assistenzcoach Besserung gegenüber dem 0:6 im Hinspiel. Dort war das Kartenhaus der Mildestädter nach dem ersten Gegentreffer in der 70. Minute gänzlich auseinandergefallen.

"Das wird keine leichte Aufgabe. Mit einem Punkt wäre ich zufrieden", verrät Diesdorfs Trainer Jörg Kleiner. Kalbe überraschte den DSV-Coach in der Rückserie mit dem Sieg über Salzwedel (2:1) und dem Remis gegen Gardelegen (3:3). "Der VfL hat gezeigt, dass er in der Lage ist, zu Hause zu punkten", weiß Kleiner. Der darf die zuletzt gesperrten Mario Winkler und Marc Neubauer zurück im Kader begrüßen, dagegen steht noch ein Fragezeichen hinter Christopher Brauer. "Wenn wir die Einstellung wie gegen Goldbeck an den Tag legen, bin ich guter Dinge", so Kleiner, dessen Elf auch nach dem 2:1 zuletzt gegen die Blau-Gelben dringend Punkte gegen den Abstieg braucht, abschließend. Der Rückstand auf das rettende Ufer blieb bestehen und beträgt weiterhin sieben Punkte.

Haldensleber SC II - SSV 80 Gardelegen (Hinspiel: 0:7/SR: Christian Schütze). Obwohl der SSV 80 Gardelegen, der die Hinrunde ungeschlagen absolvierte, als Tabellenzweiter daherkommt und der HSC II derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz liegt, dürfte der Ausgang der Partie gar nicht so leicht vorherzusagen sein. Zwar besiegte die Elf von Coach Thorsten Ebeling in besagter Hinrunde den HSC II locker mit 7:0, doch von dieser Form und vor allem Torgefahr sind die Gardelegener derzeit weit entfernt. Aus den sieben Rückrundenspielen holten die Westaltmärker nur zwei Siege und acht Punkte. Der HSC vollbrachte mit seinen fünf Punkten zwar auch keine Wunderdinge, hat sich aber spielerisch - nicht zuletzt weil es zumeist personelle Aufwertung aus der ersten Mannschaft gab - stabilisiert und kassiert keine Klatschen mehr. Gegen den SSV hat man sich sogar einen Sieg auf die Fahnen geschrieben. Der Gast, der nach Aussage von Ebeling in der Partie gegen Uenglingen einen Schritt zurück gemacht hat, würde aber gern ebenfalls dreifach punkten, um Platz zwei zu festigen und vielleicht Tabellenführer Krevese doch noch ein wenig ärgern.

Kreveser SV - FSV Heide Letzlingen (Hinspiel: 1:1/SR: Christoph Blasig). Letzlingens Trainer Dieter Förster hat großen Respekt vor der Arbeit, die in Krevese geleistet wird. "Wenn es einer verdient hat, in die Landesliga aufzusteigen, dann der Kreveser SV. Das ist schon über Jahre hinweg eine Spitzenmannschaft, die es mehrfach knapp verpasst hat, aufzusteigen", so Förster. Allerdings weiß der Heide-Coach, dass "wir auch noch Punkte gegen den Abstieg benötigen. Unser Ziel sind 40 Zähler". Im Hinspiel konnte Letzlingen dem aktuellen Tabellenprimus ordentlich Paroli bieten und erreichte ein 1:1. "Wir fahren dort als krasser Außenseiter hin. Wir haben jedoch nichts zu verlieren. Und wer weiß, an einem guten Tag sind wir dort vielleicht nicht einmal chancenlos", weiß Förster. Der muss seine Mannschaft allerdings wiederholt auf mehreren Positionen umstellen. Christopher Schürz hat sich zuletzt in der zweiten Mannschaft verletzt und wird in dieser Saison nicht mehr spielen können, zudem ist Stefan Saluck gesperrt und Andreas Schmidt privat verhindert. Dennoch: Springt am Ende ein Zähler heraus, wären im Heidedorf wohl alle zufrieden.

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