Der Magdeburger SV Preussen hat am Freitag die 15. Auflage des Burger Sparkassencups gewonnen. 282 Zuschauer verfolgten das hochklassige Hallenfußballturnier, bei dem der gastgebende Burger BC 08 im "kleinen Finale" unterlag und Rang vier belegte.

Burg l Fußball-Puristen und Romantiker des runden Leders haben es sowieso schon seit langem geahnt. Am Freitagabend sahen sie sich nun wieder einmal bestätigt: Der fliegende Torwart, der sich auch ins Angriffsspiel seiner Mannschaft einschaltet, statt nur pflichtbewusst vor dem eigenen Gehäuse seinen Dienst zu tun, ist mehr Fluch denn Segen. Lukas Breda vom Verbandsligisten 1. FC Lok Stendal war bei der 15. Auflage des Burger Sparkassencups in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen in dieser Rolle jedenfalls gleichermaßen Held und Depp seiner Farben.

Im Vorrundenspiel der Gruppe A gegen den gastgebenden BBC 08 traf er zunächst ganz im Sinne des Erfinders nach einem Eckball aus der Überzahlsituation heraus zum 1:0. Wenige Minuten später, Steven Peseke hatte inzwischen das 1:1 besorgt, schaute der 19-Jähriger allerdings recht belämmert aus der Wäsche. Burgs Bejamin Schäfer zog kurzerhand aus der zweiten Reihe ab und erwischte den ungelernten Keeper auf dem falschen Fuß. Breda konnte den Schuss im Zurückeilen nicht mehr vor der Torlinie parieren - 2:1 für den BBC, der daraufhin durch ein 2:2 gegen den Haldensleber SC sein Halbfinalticket buchte. Der 1. FC Lok und der HSC blieben indes vorzeitig auf der Strecke. Beide Verbandsligisten waren am Freitag die einzigen Teams, die zwischen festem Keeper bei gegnerischem Ballbesitz und einem zusätzlichen Feldspieler bei eigenem Angriff hin- und herwechselten - 0:1 im "Kampf der unterschiedlichen Systeme".

BBC 08 vertraut auf den "mitspielenden Torwart"

Die Devise "safety first" war jedoch aus Gastgebersicht nicht der einzige Grund dafür, mit René Bonitz und Chris Klein zwei feste Torhüter aufzubieten. Burkhard Knobbe, der den BBC 08 am Freitag coachte, erklärte: "Unsere Torhüter bauen das Spiel in gewisser Weise selbst von hinten heraus auf, sind mitspielende Keeper." Durch diese Art "Mittelweg" tat sich auch eine Parallele zum späteren Halbfinalgegner Magdeburger SV Preussen auf.

Bei den Verbandsliga-Kickern verbuchte Torwart Steven Ebeling ebenfalls zahlreiche Ballkontakte und kurbelte das Spiel seines Teams von hinten heraus an. Derweil waren im Semifinale, bei der Burger 2:4-Niederlage, vor allem die technisch versierten Vorderleute entscheidend. "Wir sind zwischenzeitlich noch einmal zum 2:2 herangekommen, waren dann aber taktisch nicht ganz auf der Höhe. Trotzdem: Ich denke, mit den Preussen hat dieses Turnier einen absolut verdienten Sieger gefunden", urteilte Knobbe. Während die Landeshauptstädter im Endspiel auch das Überraschungsteam TSV Chemie Premnitz (Landesliga Brandenburg) mit 4:2 (2:2) nach Penaltyschießen ausstachen, blieb seinem Team nur das Spiel um Platz drei.

Dort traf der BBC 08 auf den Landesliga-Konkurrenten Schönebecker SV. Da es nach zwölf Minuten Spielzeit leistungsgerecht 0:0 stand, ging es ebenfalls ins Entscheidungsschießen. Nachdem zunächst beide Teams je zweimal trafen und einmal patzten, traf Bastian Benkel nur den Pfosten. Schönebecks Enrico Palm behielt die Nerven und bescherte seinem Team durch das 3:2 doch noch einen Podestplatz. "Bedenkt man, dass uns einige Stammspieler gefehlt haben, war der vierte Platz aus unserer Sicht okay. Das Penaltyschießen ist zudem für den ein oder anderen ungewohnt, vielleicht hat die Konzentration auch nicht mehr so ganz gestimmt", mutmaßte der Burger Coach.

Derweil kommt es am kommenden Freitag, 17. Januar, zu einem Wiedersehen. Ab 18.30 Uhr richtet der SSV den "WBG-Cup 2014" aus - mit dem Burger BC 08, mit der Aussicht auf einen umgekehrten Ausgang im Vergleich zur Vorwoche und sicher auch wieder mit vielen Fachsimpeleien, welche Spielweise in der Halle die gewinnbringende ist: mit fliegendem oder festem Torhüter.