Jena/Biederitz (bjr) l Als Zbigniew Kaczmarek gestern die Sporthalle der Jenaer Kastanienschule betrat, war ihm jedes einzelne Grad Celsius seiner fiebrigen Grippe anzusehen. Als sich die Nummer eins des Tischtennis-Oberligisten aus Biederitz während seiner drei Einsätze zeitweilig an der Spielfeldbegrenzung festhalten musste, war vom Schlimmsten auszugehen. Und als der ligaweit beste Spieler einen Doppel- erfolg an der Seite von Mathias Dietrich und zwei Einzelsiege zum 9:6 des DJK TTV über den gastgebenden SV Schott II beigesteuert hatte, ließ er nur allgemeine Fassungslosigkeit zurück. Selbst bei seinem Kapitän: "Ich habe selten so einen professionellen Spieler wie ihn erlebt. Wie er dann noch ein 3:1 und 3:0 in seinen Einzeln hinlegt - davor können wir nur geschlossen als Mannschaft den Hut ziehen", äußerte Marcus Schmidt stellvertretend.

Ohnehin stand der Nachmittag aus Sicht der Gäste im Zeichen einiger positiver Überraschungen. Zusätzlich zu Kaczmarek/Dietrich steuerte auch die zweite Biederitzer Doppelpaarung, Eric Osbar und Julian Franz, gegen das Jenaer Spitzenduo Jan Skvrna/Philipp Tresselt mit 3:2 Zählbares bei - und das als vermeintliches "Opferdoppel", wie es der Teamkapitän ausdrückte.

Überhaupt Osbar: Seit Wochen in glänzender Form, spielte die Biederitzer Nummer drei einmal mehr verlässlich wie ein Uhrwerk. Zwei 3:1-Erfolge in den Einzeln bügelten die beiden 0:3-Niederlagen von Michél Görner in der Mitte wieder aus. Oben steuerte zudem Dietrich in der zweiten Einzelrunde ein glattes 3:0 gegen Roman Lankisch bei.

Auch im unteren Paarkreuz präsentierten sich die Gäste mannschaftlich geschlossen. Zwar hatte Schmidt in der zweiten Einzelrunde gegen René Wolf trotz einer 2:0-Satzführung noch mit 2:3 das Nachsehen, doch zuvor hatte er bereits Jan Schmidt mit 3:1 bezwungen. Zu guter Letzt knüpfte auch Nachwuchsspieler Julian Franz an seinen klasse Auftritt aus dem 9:7-Erfolg vor zwei Wochen gegen den MSV Hettstedt an. Beim 3:2-Sieg in der zweiten Einzelrunde über Jan Schmidt bewies der Youngster nicht nur Nervenstärke, sondern bewahrte seine Mannschaft ganz nebenbei auch vor einem Entscheidungsdoppel.

Um dieses kamen die Biederitzer anders als beim 9:7-Hinspielerfolg nämlich herum. Angesichts der Tour, die aufgrund von Anreiseweg und Terminierung an vergangene Tage in der Oberliga erinnerte, eine enorme Erleichterung. Allerdings darf davon ausgegangen werden, dass sich Kaczmarek auch im Fall einer "Zugabe" noch einmal zusammen mit Dietrich aufgerafft und den Auswärtssieg abgesichert hätte. Grippe hin oder her.

Biederitz: Kaczmarek (2,5), Dietrich (1,5), Osbar (2,5), Görner, Schmidt (1), Franz (1,5)