Die Finalisten für Freitag, 19. Juni, stehen fest: Während sich die Reserve des SV Union Heyrothsberge erst im Elfmeterschießen beim SV Theeßen durchsetzte, marschierte der Rekordfinalist vom FSV Borussia Genthin gegen Kreisligisten SG Traktor Schermen ins Endspiel des Fußball-Kreispokals.

Jerichower Land l Der Fußball schreibt ja oft die schönsten Geschichten. Für die SG Traktor Schermen hat es am vergangenen Sonnabend aber gegen Borussia Genthin nicht zum Finaleinzug gereicht. Vielmehr entzauberten die ligahöheren Borussen den Kreisligisten, der auf seinem Weg ins Halbfinale immerhin auch andere Kreisoberligisten ausgeschaltet hatte. Mit 0:7 (0:3) kam die Überraschungstruppe von Trainer Sven Aßmann auf eigenem Platz unter die Räder. Doch der Coach nahm das Ausscheiden locker: "Es war für meine Mannschaft ein schöner Anschauungsunterricht und ein Erfahrungsgewinn, auch wenn die Partie nicht ganz den Verlauf genommen hat, den wir uns gewünscht hätten."

Mit zwei Treffern innerhalb zwei Minuten beendeten Kevin Wolf und Thomas Züllich das insgeheim erhoffte Märchen vom Außenseitersieg jäh (17., 18.). Der FSV-Kapitän war es auch, der den Treffer zum 3:0-Pausenstand (40.) besorgte sowie mit Wiederbeginn noch mit den Toren drei (54.) und vier (67.) auf 5:0 erhöhte, ehe Thomas Gronwald mit einem Doppelpack den Endstand herstellte (80., 82.). Nun drücken die Schermener Genthin die Daumen für das Finale, "damit wir sagen können, wir seien gegen den Sieger ausgeschieden." Zumindest den Ehrentreffer hätte auch Borussia-Trainer Jan-Rocco Paschel dem sympathischen Underdog aus der Kreisliga Nord gegönnt: "Einen Ehrentreffer hätten sie sich in der sehr fairen Partie verdient. Die ein oder andere Chance dazu hatten sie in der zweiten Hälfte, weil wir etwas nachlässiger in der Defensive wurden."

Während in Schermen viele Tore fielen, mussten die Zuschauer der anderen Halbfinalpartie in Theeßen 120 Minuten auf Jubelschreie warten. Langweilig war die Partie zwischen dem Zweiten und dem Sechsten der Kreisoberliga nie, doch Tore aus dem Spiel heraus fielen nicht. Dabei hätten die Gäste durchaus die Möglichkeiten gehabt. Benjamin Beyer und Max Zimmermann sorgten in der Theeßener Hintermannschaft ein ums andere Mal für Konfusion. Die Gastgeber waren meist in Standards gefährlich, die Spezialist Martin Prost extra in einer Sondertrainingseinheit perfektioniert hatte. So sprangen auch für den SVT durchaus Chancen heraus die Partie zu entscheiden. "Insgesamt hatten wir Theeßen aber im Griff, standen defensiv besser als in den Ligavergleichen", resümierte SVU-Trainer Manfred Mahler.

Letztlich musste das Elfmeterschießen über den zweiten Finalisten entscheiden. Dort glänzte Gäste-Keeper Sebastian Thiem und parierte zwei Versuche. "Er machte einen unglaublich ruhigen Eindruck. Wie er aber den zweiten Schuss gehalten hat, wissen wir bis heute nicht", lobte Mahler nach dem 4:2-Sieg. Während sich Heyrothsberge über den Finaleinzug freute, war Spielertrainer Prost auf der anderen Seite des Platzes enttäuscht: "Es tut mir leid für die Jungs, dass meine persönliche Extraschicht nicht ausgereicht hat, um das Spiel für uns zu beeinflussen." Nun konzentriert sich die Elf wieder auf die Liga, damit der scheidende Akteur "den Staffelstab an mit einem zweiten Tabellenplatz an meinen Nachfolger übergeben" kann.

Im Finale in Parey treffen derweil der SVU II und Borussia Genthin am Freitag, 19 Juni, ab 18 Uhr aufeinander.