Einen besonderen Lauf startet Philipp Kommert vom Harzer Leichtathletikclub (HLC) 2006 am 1. März. Für einen guten Zweck legt der Wernigeröder binnen 60 Tagen eine Strecke von 6200 Kilometern durch sieben Länder Europas zurück. Volksstimme-Redakteur Ingolf Geßler unterhielt sich mit dem 25-Jährigen.

Harzer Volksstimme: Wie kam der Gedanke, diesen Lauf zu Gunsten der onkologischen Tagesklinik des Harzklinikums in Angriff zu nehmen?

Philipp Kommert: Ich hatte schon immer einmal vor, einen Lauf quer durch Europa zu machen. Und wenn ich schon einen derart ungewöhnlichen Lauf in Angriff nehme, habe ich mir gedacht, dass ich dies auch mit einem guten Zweck verbinden kann. Da ich mit Krebserkrankungen im privaten Umfeld mit Familie und Freunden einige Erfahrungen machen musste, war mit der Onkologischen Tagesklinik des Harzklinikums in Wernigerode auch schnell ein Partner gefunden.

Volksstimme: Für 60 Tage hast Du Dir ein Pensum von 6200 Kilometer vorgenommen. Hast Du eine genaue Route und einen festen Zeitplan?

Kommert: Ich muss im Schnitt 103 Kilometer pro Tag absolvieren und habe mir einen festen Plan herausgearbeitet. Für jeden Tag habe ich ein festes Ziel, dass ich bis zum Abend erreichen will. Der Startschuss erfolgt am 1. März am Wernigeröder Rathaus, danach geht es quer durch Deutschland, die Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien und Österreich zurück in die Heimatstadt. Auf dem Weg liegen Großstädte wie Eindhoven, Marseille, Madrid, Barcelona, Monaco, Genua, Mailand oder Innsbruck, in denen ich als Erinnerung einen Aufkleber "Wernigerode läuft" hinterlassen will.

Volksstimme: Wie lässt sich dieses Unternehmen mit Deiner Arbeit vereinbaren und letztlich auch finanzieren?

Kommert: Ich hatte ohnehin nur einen Ein-Jahres-Vertrag als Fitnesstrainer, der am 31. Januar auslief. Für den Lauf habe ich mir bereits im Vorfeld etwas Geld zurück gelegt, auch von meinen Eltern werde ich unterstützt. Allerdings lebe ich in dieser Zeit recht sparsam, sprichwörtlich von der Hand in den Mund. Essen kaufe ich mir jeweils an meinem Zielort. Ansonsten habe ich nur einen Rucksack mit Wasserflasche, Messer, Ersatzjacke und einer Plane, unter der ich nachts in freier Natur schlafe, dabei. Medimax hat mir noch einen Spezialakku für mein Handy zur Verfügung gestellt, damit ich über Facebook ständig aktuelle Fotos von meinem Lauf veröffentlichen kann.

Volksstimme: Gibt es noch anderweitige Unterstützung?

Kommert: Ich habe versucht, unter dem Motto "Wernigeröder für Wernigerode" in Unternehmen meiner Heimatstadt Spenden zu sammeln. Herr Mehling von der Stadt Wernigerode hat mir diesbezüglich Unterstützung zugesagt. Zudem habe ich Flyer im Harzklinikum, bei der Arbeit und in meinem Boxclub ausgehängt und den Lauf von meinen Bekannten über Facebook teilen lassen. Spenden können vor und während des Laufes vorgenommen werden. Bei meiner Ankunft will ich den Scheck an die Onkologischen Tagesklinik des Harzklinikums übergeben.

Volksstimme: Wie intensiv hast Du Dich auf die extremen Belastungen vorbereitet?

Kommert: Ich habe seit einem Jahr einen Halbtagsjob und damit genügend Zeit zum trainieren. Im letzten halben Jahr habe ich das Training noch einmal intensiviert, war zweimal täglich Laufen und zusätzlich einmal Radfahren, Schwimmen oder beim Krafttraining. Ein Dank geht an die Sportschule Yeo und den Wernigeröder SV Rot-Weiß im Sportzentrum Gießerweg, wo ich alle Anlagen nutzen konnte und ideale Trainingsbedingungen für die Vorbereitung vorgefunden habe.