Ein "Handballfest" hatte das hochkarätige Teilnehmerfeld des 25. Klaus-Miesner-Gedenkturniers versprochen - und diesen Erwartungen wurde die Jubiläumsauflage vollauf gerecht. Die Zuschauer in der ausverkauften Harzlandhalle bekamen ein Vorbereitungsturnier geboten, das weltweit seines Gleichen sucht.

Ilsenburg l Schon die Vorrundenspiele hatten hohe Handballkost zu bieten. So musste sich der große Favorit THW Kiel harter Gegenwehr des Bergischen HC 06 und Skjern Håndbold erwehren, um letztlich doch als souveräner Gruppensieger ins Endspiel einzuziehen. Noch spannender verlief das entscheidende Duell in der Staffel B. Zwar lag der SC Magdeburg gegen die Rhein-Neckar Löwen zur Pause schon mit sechs Toren im Hintertreffen, egalisierte den Rückstand aber mit toller Aufholjagd binnen kürzester Zeit. Eine zwischenzeitliche Zwei-Tore-Führung reichte den "Lokalmatadoren" in einem stimmungsvollen Abendspiel nicht, wenige Sekunden vor Schluss erzielten die Löwen das Siegtor.

In den Platzierungsspielen ließ dann auch Wisa Pock mit einem klaren 36:29-Sieg gegen den Bergischen HC sein Können aufblitzen, beim Gegner machte sich das Fehlen einiger Spieler bemerkbar. Gleiches galt für den SC Magdeburg im kleinen Finale gegen Skjern Håndbold, das nach gutem Start noch mit 29:31 verloren ging. Auch die zwölf Treffer von Robert Weber, der sich mit herausragenden 30 Turniertoren die Torjägerkrone aufsetzte, reichten nicht zum Bronzerang.

Im "Traumfinale" standen sich dann die beiden besten Deutschen Handballteams der Vorsaison gegenüber, das Herzschlagfinale dürfte allen Fans noch in bester Erinnerung gewesen sein. Im ersten Durchgang bestimmten mit Niklas Landin (Löwen) und Johan Sjöstrand (Kiel) zwei überragende Torhüter die Partie. Im Angriff hatte der THW letztlich die größere Durchschlagskraft und stellte schon zur Pause (14:8) die Weichen für den 29:23-Sieg.

Nach dem kaum zu überbietenden Jubiläumsturnier "basteln" die Chef-Organisatoren Lothar Schacke und Michael Löwe bereits an der 26. Auflage. Der THW Kiel, obwohl Cupgewinner, wird aufgrund anderer Verpflichtungen nicht dabei sein können. Besser sieht es bei den Rhein-Neckar Löwen aus. "Wir haben uns hier immer wohlgefühlt. Wenn es in unseren Terminplan passt, sind wir wieder dabei", so Co-Trainer Oliver Roggisch. "Von mir gibt`s auf jeden Fall eine Wildcard", entgegnete Lothar Schacke, der die Planungen für das nächste Jahr sicher schon in Angriff genommen hat.

   

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