Enrico Becker aus Drübeck, der für den Motorsportclub Blankenburg startet, geht als einziger Teilnehmer dieser Region mit seinem Partner Kurt Hock bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft an den Start.

Drübeck (hle/fbo). Auch in Oschersleben kamen Hock/Becker vom MSC Bad Homburg/ MSC Blankenburg als Zweite ins Ziel des Sidecarrennens, aber diesmal benötigten sie das Glück der Tüchtigen. Wegen eines Defekts im Antriebsstrang ihrer LCR-Suzuki mussten sie bis zuletzt um diese Platzierung bangen. In der Wertung zur Internationalen Deutschen Motorad-Meisterschaft rangieren sie nach zwei Rennen auf dem zweiten Platz hinter den erneuten Siegern Päivärinta/Hänni.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich die amtierenden Weltmeister aus Finnland und der Schweiz mit Kurt Hock und seinem Beifahrer Enrico Becker beim Auftaktrennen zwei Wochen zuvor auf dem Lausitzring geliefert hatten, setzte sich im Training in Oschersleben fort. Hock/Becker markierten im ersten Qualifying mit fast acht Zehntelsekunden Vorsprung die beste Rundenzeit. Im zweiten Zeittraining kamen Päivärinta/Hänni bis auf wenige Hundertstel heran, bevor Hock eine noch schnellere Runde drehte. Doch dann katapultierte sich der Finne mit drei Zehntelsekunden Vorsprung auf die Pole Position.

Kurz vor dem Warm up am Sonntag entdeckte das Hock-Team ein Leck im Wasserkühler des Gespanns. In der kurzen Zeit war der Schaden nicht zu beheben, was Kurt Hock und Enrico Becker zum Zuschauen verurteilte. Dieses Training ist für die Startaufstellung ohne Belang. Der feine Riss im Kühler war jedenfalls schnell geflickt, so dass das Hock-Team dem Rennen relativ gelassen entgegen sehen konnte.

Beim Start des über 17 Runden führenden Rennens konnte Kurt Hock seinen Rivalen Pekka Päivärinta zwar nicht überraschen, wurde aber auch nicht von den Trainingsdritten Grabmüller/Kölsch und den in der zweiten Startreihe lauernden Zimmermann/Ziegler überrumpelt. Der Weltmeister versuchte von Anfang an, Hock/Becker aus seinem Windschatten abzuschütteln und knallte bereits in der zweiten Runde eine Zeit von 1.32,150 min auf den Asphalt. Hock war etwas langsamer, da bereits in diesem Umlauf die Defekthexe zuschlug. Die Antriebskette begann über das hintere Kettenrad zu rutschen und schliff dabei die Zähne rund, sodass sich das Problem von Runde zu Runde verschlimmerte. Durch dieses Handicap sackten seine Rundenzeiten um drei Sekunden ab. Eingangs der 14. Runde schien es soweit zu sein. Kawasaki-Pilot Grabmüller aus Wien schob sich auf der Start-Ziel-Geraden neben die Suzuki, doch Hock machte vor der nächsten Kurve die Tür zu. Dadurch leicht irritiert, fiel der Wiener wieder einige Meter zurück und hatte überdies beim nächsten Überrundungsmanöver etwas Pech, sodass sich Hock/Becker Luft verschafften. Als die schwarzweiß-karierte Flagge fiel, hatten Grabmüller/Kölsch knappe fünf Sekunden Rückstand.

Von all dem bekamen Päivärinta/Hänni nichts mit, da sie ein einsames Rennen an der Spitze fuhren und mit 37,7 Sekunden Vorsprung abgewunken wurden. Der Kommentar von Kurt Hock: "Um Grabmüller hinter mir zu halten, musste ich tief in die Trickkiste greifen. Ich bin froh, dass wir die Zielflagge überhaupt gesehen haben."