Mit großen Hoffnungen gehen der SV Eintracht Salzwedel und der MTV Beetzendorf in den fünften Spieltag der Fußball-Landesklasse, Staffel I. Die beiden Westaltmärker wollen endlich die ersten Punkte der Spielzeit einfahren. Ob ihnen dabei die souveränen Vorwochen-Erfolge im Kreispokal das nötige Selbstvertrauen verliehen haben?

Salzwedel l Nachdem der SV Liesten 22 zuletzt das Derby gegen den MTV Beetzendorf deutlich mit 6:2 für sich entschied, stehen aus westaltmärkischer Sicht nur noch Beetzendorf und Salzwedel zählerlos da. Die Eintracht spielt bereits heute um 18 Uhr und hat auf heimischer Flora den SV Rot-Weiß Arneburg zu Gast. Das absolute Kellerduell steigt morgen ab 15 Uhr in Uenglingen, wo die gastgebende Viktoria die aufgestiegenen Beetzendorfer empfängt. Brisant dürfte es auch in Gardelegen werden. Der SSV 80 ist dort im Nachbarschaftsderby Gastgeber für den FSV Heide Letzlingen. Außerdem erwartet der SV Liesten 22 den SSV Havelwinkel Warnau zum Schlagabtausch und im Duell der beiden Landesliga-Absteiger empfängt der Möringer SV den SV Grün-Weiß Potzehne.

SV Eintracht Salzwedel 09 - SV Rot-Weiß Arneburg (SR: Alexander Machui). Die Arneburger baten bereits auf dem Staffeltag um die Vorverlegung dieser Partie auf den heutigen Abend (18 Uhr). Die Salzwedeler Eintracht stimmte zu. Mit einem gewissen Druck gehen die noch punktlosen Platzherren in die Partie auf der Flora gegen den Rangfünften (neun Zähler). "Wir müssen jetzt anfangen, zu punkten", redet SVE-Trainer Burghardt Schulze nicht lange um den heißen Brei herum. Mut dürfte den Hansestädtern der 7:0-Pokalerfolg in der Vorwoche beim VfL Kalbe/Milde II - wenn auch kein wirklicher Maßstab - verliehen haben. "Schon gegen Goldbeck (2:4/Anm. der Redaktion) haben wir gesehen, dass uns nicht viel fehlt. Auf die Leistung über 60 Minuten in dieser Partie können wir aufbauen, müssen diese aber trotzdem noch etwas verbessern", fordert Schulze. Im Training wurde viel im Bereich Zweikampf geübt. Zudem warnt der Eintracht-Coach seine Mannen ausdrücklich vor einfachen Fehlern im Spielaufbau. "Arneburg ist eine gestandene und erfahrene Mannschaft, die auf solche Fehler wartet und sie durchaus bestraft. Das müssen wir vermeiden", erklärt Burghardt Schulze, der definitiv auf die verletzten Mario Heinicke und Julian Seehausen verzichten muss und noch um den Einsatz des angeschlagenen Stefan Schmidt bangt.

SSV 80 Gardelegen - FSV Heide Letzlingen (SR: Benjamin Lanzki). Vielleicht steckt in diesem Derby nicht mehr die Brisanz wie noch vor einigen Jahren, dennoch freuen sich beide Mannschaften darauf. Vor allem deswegen, weil sie momentan beide einen Lauf haben. Während die Letzlinger bisher alle vier Ligaspiele und dazu auch in der Vorwoche ihre Pokalpartie bei Gardelegens Reserve (4:1) gewannen, gestaltete der SSV die letzten vier Pflichtpartien - davon zwei in der Liga und zwei im Kreispokal - siegreich. Eine Serie wird morgen reißen - soviel steht bereits fest. Nur welche? Die Platzherren stapeln im Vorfeld tief. "Letzlingen ist eindeutig der Favorit, für uns gibt es nichts zu verlieren", erklärt Gardelegens Trainer Norbert Scheinert. Zwar ist seine Mannschaft momentan gut drauf, doch ob sie auch gegen den Spitzenreiter bestehen kann, bleibt abzuwarten. "Wir werden nichts abschenken und versuchen, die Punkte auf der Rieselwiese zu behalten. Doch der Gegner ist eben individuell stark besetzt, zudem stimmt die Mischung aus Jung und Alt", so Scheinert. Der freut sich dennoch auf dieses Nachbarschaftsduell, auch sein Team ist gerüstet. Daniel Leberecht (Studium) und Andy Stottmeister (Verletzung) können gegen den FSV allerdings nicht mitwirken.

Mit vollem Personal werden aller Voraussicht nach die Heide-Mannen das Derby in Angriff nehmen können. "Egal, was andere sagen oder behaupten: Für uns ist und bleibt es ein Derby mit vielen Emotionen", weiß FSV-Co-Trainer Michael Friedrichs um die Bedeutung dieses Duells. Es geht um das Prestige. "Gardelegen ist schwierig einzuschätzen. Der SSV ist zwar schlecht gestartet, hat sich aber zuletzt gesteigert. Doch wir schauen nur auf uns", erklärt Friedrichs. Dabei ist für den in Abwesenheit von Dieter Förster alleinverantwortlichen Übungsleiter nicht einmal interessant, ob am Ende vielleicht ein oder sogar drei Punkte herausspringen. "Wichtig ist, dass wir guten Fußball spielen und das umsetzen, was wir in den letzten Spielen gezeigt haben. Dann können wir auch bestehen", so Michael Friedrichs. Natürlich wäre er froh, wenn seine Letzlinger auch nach Spieltag Nummer fünf ungeschlagen von der Spitze grüßen.

SV Liesten 22 - SSV Havelwinkel Warnau (SR: Stephan Mattheis). Die ersten Zähler sind im Sack. Beim 6:2 gegen Beetzendorf lief der Liestener Offensivmotor in der Vorwoche förmlich auf Hochtouren. "Diese Partie war schon ein großer Fortschritt, das zeigt schon das Ergebnis. Wir haben endlich unsere Chancen effektiv genutzt und auch in dieser Höhe verdient gewonnen", lobt SVL-Mannschaftsleiter Dietrich Timm. Der weiß allerdings auch, dass Warnau als aktueller Tabellensiebter (sieben Punkte) eine ganz andere Hausnummer ist. "Das wird ein ganz anderes Spiel. Warnau ist eine der spielstärksten Mannschaften der Liga und wird alles versuchen, um bei uns zu punkten", so Timm, der nach längerer gesundheitsbedingter Pause morgen erstmals wieder mit an der Seitenlinie stehen und damit das Spielertrainer-Duo Lucas Bresch/Michael Piotrowski entlasten wird. "Wir werden versuchen, die drei Punkte in Liesten zu behalten. Ansonsten wäre der Sieg gegen Beetzendorf auch nichts mehr wert", erklärt der Mannschaftsleiter. Der SVL musste vor einer Woche mit einer Doppelbelastung leben und das Aus im Kreispokal (4:6 nach Elfmeterschießen bei Kreisligist Jahrstedt) hinnehmen. Dadurch ist der Traum vom erneuten Erreichen des Cupfinals zwar geplatzt, "doch nun können wir uns allein auf die Punktspiele konzentrieren", sieht Dietrich Timm, der auf jeden Fall nicht auf die verletzten René Mangrapp, Sven Komnick und Martin Todte zurückgreifen kann, auch einen kleinen positiven Aspekt.

Möringer SV - SV Grün-Weiß Potzehne (SR: Thomas Görges). Dieses Duell gab es in der Vorsaison noch in der Landesliga. Zweimal setzten sich dort die Grün-Weißen aus Potzehne durch. Die gehen auch diesmal leicht favorisiert in die Begegnung in der Pappelarena, sind sie doch mit zehn Punkten wesentlich besser gestartet als der Mitabsteiger, der mit drei Zählern nur Rang zwölf einnimmt. "Auf die Tabelle schaue ich nicht. Wir versuchen, zu gewinnen, gehen das Spiel aber mit genauso viel Ernsthaftigkeit an wie jedes andere auch", warnt Potzehnes Coach Nico Bremse im Vorfeld. Mit der Leistung seiner Mannschaft zuletzt im Kreispokal in Schwiesau (4:0) war Bremse im Großen und Ganzen zufrieden. "Die erste Halbzeit war gut, aber nach der Pause habe ich zu viel Eigenwilligkeit gesehen. Wir müssen einfach 90 Minuten als Mannschaft auftreten und den Ball laufen lassen", erklärt der Grün-Weiß-Coach. Mit der Trainingsarbeit seiner Schützlinge ist Nico Bremse vollauf zufrieden. "Alle geben Gas, das Mannschaftsgefüge ist besser als noch in der Landesliga", verrät Bremse, der dennoch noch ein wenig am Zusammenspiel über die volle Spieldistanz feilen möchte. Nicht zurückgreifen kann er morgen auf die allesamt verletzten Phillip Lehrmann, Jan Küllmei und Enrico Bierstedt.

SV Viktoria Uenglingen - MTV 1880 Beetzendorf (SR: Josefin Reinsch). In dieser Partie trifft das Schlusslicht aus Uenglingen auf den Vorletzten Beetzendorf. Beide Teams sind noch zählerlos, wobei der MTV über das vergleichsweise etwas bessere Torverhältnis verfügt. Die Elf von Trainer Mayk Zürcher, in der Vorwoche nach dem 2:6 in Liesten 6:0-Sieger im Kreispokal beim Diesdorfer SV II, steht genau wie der direkte Kontrahent unter Zugzwang. "Wir müssen jetzt natürlich etwas machen, was aber in Uenglingen sehr schwer ist. Beide Teams brauchen auf Biegen und Brechen drei Punkte", weiß Zürcher um die Bedeutung dieser Partie. Gar nicht ins Konzept passen ihm da die Ausfälle mehrerer Leistungsträger. Sebastian Eder wird aufgrund einer in Diesdorf zugezogenen Bänderdehnung mindestens zwei Wochen fehlen, zudem sind Michael Peters (Studium), Tim Langenbeck (Urlaub) und Sven Ketelsen (Verletzung) nicht dabei. "Den Gegner kenne ich nicht wirklich. Bloß wenn wir gegen diesen nicht punkten, gegen wen dann", fragt sich der MTV-Coach. Fakt ist: Nur der Sieger dieses brisanten Kellerduells kann vorerst leicht aufatmen.