Sudenburg l Zwei Schiedsrichterentscheidungen wurden unter den Aktiven und Anhängern des MSV 90 Preussen noch Stunden nach dem Abpfiff diskutiert. Zum einen der Strafstoß zum 1:1 und die gleichzeitige Rote Karte gegen Daniel Trinh in der 25. Minute, dazu die Freistoßausführung zum 3:1 der Hallenser durch Björn Ziegenbein (62.).

War der Handelfmeter und der folgende Platzverweis zwar hart, im Sinne einer unzulässigen Torvereitelung aber regelkonform, Sembolo köpfte Trinh den Ball auf der Torlinie an den linken Unterarm, so ereiferten sich die Preussen an der Freigabe des Freistoßes zum 1:3-Endstand. Schlitzohr Gogia legte den Ball dem startenden Ziegenbein vor, der allein auf Preussen-Keeper Ebeling zulief und keine Mühe hatte zu vollenden.

Die Gastgeber monierten, dass Schiedsrichter Kroll, der mittlerweile zwar in Braunschweig wohnt, aber immer noch für Stahl Thale pfeift, den Ball gar nicht freigegeben hätte, sie den angekündigten Pfiff nicht gehört haben. "Ich glaube nicht, dass das Tor regulär war", so Preussen-Coach Alexander Daul sehr diplomatisch.

Die Preussen fielen praktisch auf einen Bauerntrick herein, denn die Regel 5 des Fifa-Regelwerkes besagt: "Der Schiedsrichterpfiff ist nicht notwendig für eine Spielunterbrechung bei Abstoß, Eckstoß oder Einwurf; bei einem Tor und zur Wiederaufnahme des Spiels nach Freistoß, Abstoß, Eckstoß oder Einwurf." Allerdings wollten die Preussen gehört haben, dass Kroll zuvor sagte, den Freistoß durch Pfiff freigeben zu wollen.

Alle Diskussionen ändern nichts am Spielausgang, wobei die Preussen trotz Unterzahl gut gegenhielten, durch Göres nach Glage-Vorarbeit sogar die Chance zum 2:3 hatten (88.).

Prinzipiell hat Daul aber recht, wenn er sagt: "Es war ein Erlebnis, denn wann spielt man schon mal gegen Profis, und dann noch in einem Pflichtspiel."