Stadtfeld. In einem Gespräch vor dem Beginn der Spielzeit konnte man beim Trainerteam des MSV Börde II, Jens Sommer und Frank Gloße, zwei Gedanken heraushören. Zum einen eine gewisse Niedergeschlagenheit, da etliche Spieler im ohnehin knappen Kader der Reservemannschaft in Zukunft im Landesligateam auflaufen sollten. Zum anderen jedoch grimmige Entschlossenheit und Annehmen der Situation getreu nach dem Motto: "Ändern können wir es nicht, also machen wir das Beste daraus!"

Nach 14 Spielen stehen die jungen Börde-Akteure auf einem hervorragenden neunten Tabellenplatz, haben acht Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone. "Wir sind derzeit zufrieden mit dem Erreichten. Vor der Saison habe ich uns als ersten Absteiger gesehen. Es waren ja nicht nur die fehlenden Spieler, sondern auch noch andere Faktoren." Dabei spielt Sommer darauf an, dass die wenigsten Spieler zusammen trainieren können, weil sie auswärts arbeiten oder studieren. Außerdem verletzte sich in der Vorbereitung Mannschaftskapitän Sascha Sommer so schwer, dass er die gesamte Hinrunde ausfiel.

Das Kaderproblem entschärfte sich im Verlauf der Vorbereitung. Mit Sebastian Memel, Stefan Kauczor, dem noch 17-jährigen Max Hartmann oder dem reaktivierten David Nord kamen Akteure hinzu, die der Mannschaft ein neues Gesicht gaben. Dennoch ist die Leistung des Trainerteams nicht hoch genug anzurechnen. Aus den vielen neuen Spielern galt es, zumeist ohne gemeinsames Training, eine Mannschaft zu formen.

Nur zweimal in der Hinrunde ging diese Rechnung nicht auf. Daheim gegen Olvenstedt (1:4) und in Irxleben (0:7) erhielten die Börde-Youngster eine Lehrstunde. "An diesen Tagen waren die Gegner himmelweit überlegen", so Sommer.

Ansonsten überzeugte jedoch das aggressive Pressing der Stadtfelder, welches der Garant für die fünf Siege und drei Unentschieden im Saisonverlauf war. Lob geht auch in Richtung Schlussmann André Prief, der mit seinen Paraden den einen oder anderen Punkt rettete. "Meine Mannschaft ist technisch nicht so weit wie das Team aus der vergangenen Saison. Wir müssen anders auftreten und den frühen Zweikampf suchen. Da ist das gesamte Team gefragt." 28 Gegentreffer mussten zwar hingenommen werden, aber im Vergleich zur Vorsaison, in der die Stadtfelder zur Halbserie 48 Tore schluckten, ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen.

Dabei möchte der Trainer auch keinen einzelnen Akteur seines Teams herausstellen. Nur über die beiden besten Schützen gibt es lobende Worte. Memel (vier Treffer) sowie Torsten Seeger (3) absolvierten 13 Partien. "Sebastian kam zu Saisonbeginn, wurde innerhalb kurzer Zeit zu einem Führungsspieler. Seine Treffer sind ein wichtiger Nebeneffekt. Torsten ist hingegen ein Mann, der immer 100 Prozent gibt. Ein Knipser wird er wohl nicht mehr werden, aber er ist derjenige, der anderen mit seiner Einstellung ein Vorbild ist. Ich weiß aber auch, dass er noch mehr kann. In der Mannschaft steckt noch eine Menge Potenzial, die es heraus zu kitzeln gilt."