Germania Olvenstedt hat erfolgreich die Tabellenführung in der Landesklasse 2 verteidigt. Der Elf von Trainer Maik Herrmann gelang beim TuS 1860 Magdeburg ein 5:3-Auswärtsieg. Es war ein hochklassiges Derby mit vielen Emotionen und vielen Torchancen auf beiden Seiten.

NeueNeustadt l Noch vor dem Anpfiff hatte TuS-Coach Tino Beyer gleich mehrere Hiobsbotschaften zu verkraften. "Unser erster Torwart Rene Ryll hat sich beim Aufwärmen einen Nerv eingeklemmt, konnte nicht spielen. Oliver Busse, der normalerweise von Anfang an gespielt hätte, hatte eine Autopanne und konnte nicht pünktlich anreisen. Innenverteidiger Sven Fischer fiel mit einer Lungenentzündung aus. Die Partie hat schon denkbar unglücklich angefangen. Und dann blieb Moritz Wittmann während des Spieles auch noch im Rasen hängen, die Folge war eine herausgesprungene Kniescheibe", erklärte ein sichtlich enttäuschter TuS-Trainer Tino Beyer.

Seine Mannen zeigten sich von den personellen Rückschlägen zunächst unbeeindruckt. Folgerichtig gelang Michel Dolke gegen zurückhaltende Olvenstedter das 1:0 nach 14. Spielminuten. Das 2:0 ging ebenfalls auf das Konto von Dolke (22.). Die Germanen schlugen postwendend durch Bode zurück (23.) und stellten psychologisch günstig direkt nach Wiederanpfiff den Ausgleich her. "Nach dem 2:2 müssen wir die Tore machen. Normal gehen wir mit zwei Treffern Unterschied nach vorn und dann passiert nichts mehr. Doch dann kam alles anders", so Beyer. Die Olvenstedter nutzten die mangelnde Chancenverwertung der Gastgeber und zeigten selbst wie es geht. Mirko Schröter fasste sich auf der Außenbahn ein Herz, zog nach innen und schlenzte den Ball zum zwischenzeitlichen 3:2 ins Netz (71.). TuS warf nun alles nach vorn, die Germania konterte. Blitzschnell wurde Bode freigespielt. Der Stürmer scheiterte zunächst am gut parierenden Stephan Ganz. Den Abpraller verwandelte Andy Bauerfeind sicher (78.). Ein weiterer Konter brachte das 5:2. Der kurz zu vor eingewechselte Martin Freiknecht schloss nach einem Sololauf ab (86.). Trotz weiterer Gelegenheiten konnte Michel Dolke nur noch Sekunden vor dem Abpfiff zum 3:5 verkürzen (90.).

"Es war ein spannendes Derby. Wir haben aber zu viele Chancen zugelassen und haben unsere Tore glücklicherweise zum richtigen Zeitpunkt gemacht. Es hätte jeder den Platz als Sieger verlassen können. Gott sei Dank waren wir das", erläuterte Olvenstedts Coach Maik Herrmann.

TuS 1860: Ganz - Jahnel, Kirschner, Meyer, Niemann, Schulz, Dolke, Oeding, Mohai (73. Genzel), Hohmann, Wittemann (28. Busse)

Germania Olvenstedt: Voigt - Grasse, Meinecke, Müller, Puchowka, Frank (72. Rosenberger), Kohrmann (82. Freiknecht), Bode, Reichert (46. Reichert), Bauerfeind, Schröter

Tore: 1:0, 2:0 Dolke (14., 22.), 2:1 Bode (23.), 2:2 Kohrmann (46.), 2:3 Schröter (71.), 2:4 Bauerfeind (78.), 2:5 Freiknecht (86.), 3:5 Dolke (90.)