Lemsdorf (dhe). Nur äußerst selten kommt es im Kegelsport einmal zu einem Unentschieden. Doch am 17. Spieltag der 3. Bundesliga Ost gelang dieses Kunststück den Mannschaften des Magdeburger SV 90 und des ESV Lok Elsterwerda. Nach 1 200 gespielten Würfen pro Team hieß es 5 353:5 353 Holz und beide mussten sich mit einem Wertungspunkt zufrieden geben.

Schon das Hinspiel in Elsterwerda verlief ähnlich dramatisch, doch konnten sich die Lemsdorfer hier noch mit der Winzigkeit von zwei Holz durchsetzen. Auch das Rückspiel an der Elbe spitzte sich zum Ende hin immer mehr zu, aber einen glücklichen Sieger gab es in dieser Begegnung nicht.

Die Gäste wollten sich natürlich für die knappe Heimniederlage am 8. Spieltag revanchieren und setzten von Beginn an auf Angriff. Mit Uwe Scheibe (915) und Robert Groschopp (940) boten die Südbrandenburger gleich ihre stärksten Geschütze auf.

Magdeburg zeigte sich beeindruckt, musste gleich einem Rückstand hinterherkegeln, kämpfte aber verbissen, um den Abstand nicht zu groß werden zu lassen. Dirk Sommermeyer (892) gelang dies noch etwas besser als Maik Siegemund (887), der sich ein paar Fehlwürfe zu viel leistete. Der ESV ging mit 76 Punkten in Führung.

Auch das MSV-Mittelpaar konnte am heutigen Tage keine Akzente setzen. Ulf Wunderlich, trotz starkem Start mit unzureichenden 858 Holz, und Andreas Müller mit 886 Punkten verloren weiter an Boden. Elsterwerda verpasste es hier jedoch, den "Sack" endgültig zuzubinden. Benjamin Kube mit guten 894 Holz und Rüdiger Werner (868) packten zwar noch einmal 18 Punkte auf den Vorsprung drauf, ließen den Lemsdorfern aber damit noch eine minimale Siegchance.

Zum Glück hielten die Magdeburger Schlussspieler heute die MSV-Fahne hoch. Steffen Blumtritt (927) und Gerhard Piekacz (903) holten sich Punkt um Punkt zurück und brachten wieder Brisanz ins Spiel.

Die Gäste mussten reagieren und wechselten einen glücklos agierenden Martin Exner aus. Für ihn kam Altmeister Günther Horn, mit dem es dann auch prompt wieder besser lief. Schließlich musste die Entscheidung auf den letzten Würfen fallen und allen war klar, dass es wieder einen hauchdünnen Spielausgang geben würde. Allerdings fehlt auf der MSV-Kegelanlage an der Bodestraße eine Gesamtmannschaftsanzeige, an welcher man den aktuellen Spielstand stets verfolgen kann. So musste nach Spielende noch einmal genau nachgerechnet werden, bis das Unentschieden feststand.

Für den MSV ist dies anhand des Spielverlaufes wohl ein gewonnener Punkt, Elsterwerda hätte mit einem Sieg den Klassenerhalt perfekt machen können. Günther Horn spielte mit seiner letzten Kugel noch einen Fehlwurf, welcher dem Routinier im Nachhinein doppelt bitter schmecken dürfte.