Magdeburg. Während im bundesdeutschen Fußball die nächste Spielklassenreform mit dem Ziel des Ausschlusses von zweiten Mannschaften aus der 3. Liga und der Regionalliga wohl noch auf sich warten lässt, stehen im Handball in nächster Zeit gravierende Veränderungen an, von denen auch zahlreiche Teams aus Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt betroffen sein dürften.

So wird es ab der Spielzeit 2010 / 2011 nur noch eine eingleisige 2. Bundesliga mit 20 Mannschaften geben. Um dabei zu sein, muss man zuvor mindestens Neunter geworden sein. Die SCM-Youngsters, sowieso einzige zweite Vertretung in der jetzt noch zweigeteilten Liga, sind als 14. davon ebenso weit entfernt, wie Anhalt Bernburg ( 15. ). Auch der Dessau-Roßlauer HV ( 10. ) müsste derzeit zittern.

Für weiteren Zündstoff sorgte vor kurzem der Beschluss des erweiterten DHB-Präsidiums, die nachfolgend neustrukturierte 3. Liga in Eigen-Regie zu führen und die Regionalverbände praktisch zu entmachten. Ein weiterer Schlag ins Gesicht der Landesverbände Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens, nachdem deren Versuch, den 2007 gegründeten Mitteldeutschen Handballverband als sechsten Regionalverband im DHB zu etablieren, scheiterte.

So wird der MHV sich künftig um die neue, unter der 3. Liga angesiedelten Mitteldeutschen Oberliga kümmern, während die Landesverbände für die neuen, fünftklassigen Ligen ihrer Länder, zum Beispiel die Sachsen-Anhalt-Liga, zuständig sind.

Jens Ziegler, Geschäftsführer des BSV 93 Magdeburg-Olvenstedt und Trainer des Frauenhandball-Regionalliganeulings BSV 93 " Spitfires " weiß genau, was diese Entwicklung für die Olvenstedterinnen bedeutet : " Dann spielen wir eben künftig in der Mitteldeutschen Oberliga gegen den HSV Haldensleben oder den HC Salzland. Das ist unser Niveau, und da gehören wir auch hin. Die ersten sechs der heutigen Regionalliga spielen eh ‘ für uns in einer anderen Welt. "