Wie man aus Personalnot eine Tugend macht, haben die Zweitliga-Handballerinnen des HSC 2000 Magdeburg am Wochenende eindrucksvoll bewiesen. Trotz fehlender Stammkräfte bezwangen die Elbestädterinnen mit dem letzten Aufgebot den BVB Füchse Berlin am Ende hochverdient mit 30 : 28 ( 14 : 13 ).

Barleben. Obwohl die Gäste den besseren Start erwischten, kämpften sich die Schützlinge von HSC-Trainer Grzegorz Subocz mit zunehmendem Spielverlauf zurück in die Partie und machten dann im zweiten Durchgang den Sack endgültig zu. Aus einer überzeugenden Mannschaftsleistung ragten Anne Hubinger ( 9 / 5 Tore ), Jasmin Maue ( 6 / 1 ) sowie Torfrau Pauline Radke noch heraus.

Die Bandits starteten gleich mit einer kleinen Überraschung. In ihrem ersten Bundesligaspiel überhaupt begann die 16-Jährige Cindy Degen zunächst auf Linksaußen und musste gleich mit ansehen, wie ihr Team nach drei Minuten bereits mit 0 : 2 ins Hintertreffen geriet. Jasmin Maue erlöste die Gastgeberinnen im Gegenzug und besorgte von der ungewohnten Kreisposition schließlich den 1 : 2-Anschlusstreffer. Die Füchse agierten jedoch zunächst cleverer und konnten so mit einfachen Toren die Bandits auf Distanz halten. Mit zunehmender Spieldauer fanden auch die Subocz-Schützlinge besser ins Spiel, so dass Degen mit ihrem ersten Bundesligator nach neun Minuten den 3 : 4 Anschluss- und Maue kurze Zeit später den 4 : 4 ( 10. ) Ausgleichstreffer markieren konnte.

Beide Mannschaften waren sich fortan ebenbürtig, so dass sich kein Team entscheidend absetzen konnte. Im zweiten Durchgang zeigten sich die Elbestädterinnen zunächst wie sie aufgehört hatten. Aus einer sicher stehenden Abwehr mit einer überragenden Pauline Radke im Gehäuse überzeugten die Bandits auch im Positionsangriff. Dies spiegelte sich auch im Ergebnis wider, denn Jasmin Maue konnte nach 35 Minuten beim 17 : 14 die erste Drei-Tore-Führung für die Gastgeberinnen markieren.

Zwar steckten die Füchse auch fortan nicht auf und konnten durch Antje Dietz zwischenzeitlich zum 17 : 17 ausgleichen, aber die Magdeburgerinnen bestimmten auch jetzt das Spielgeschehen. Über die Zwischenstation 19 : 17 ( 40. ) gelang Stefanie Wysinski beim 25 : 20 ( 48. ) schließlich eine Art Vorentscheidung. Das Spiel der Gäste wirkte fortan nicht mehr homogen und verstrickte sich zunehmend in Einzelaktionen, die jedoch kaum von Erfolg gekrönt waren. Beim HSC 2000 ließ man es nun etwas ruhiger angehen und konnte den Abstand bis zum 27 : 24 ( 53. ) bei drei Toren halten.

Zwar versuchten es die Berlinerinnen auch in der Folge immer wieder zu verkürzen, aber Radke im Bandits-Gehäuse brachte die Gäste schier zur Verzweiflung. Im Gegenzug zeigte sich Beatrice Vogel mit einigen schönen Aktionen sowie zwei wichtigen Treffern erneut mannschaftsdienlich. Anne Hubinger setzte mit ihrem Treffer zum 30 : 27 zwei Minuten vor Ultimo schließlich dem Ganzen die Krone auf und brachte das Barleber Publikum zum Überkochen. Von Standing Ovations begleitet, verteidigten die Elbestädterinnen stehend K. o. ihren Vorsprung schließlich bis zum 30 : 28-Endstand.

Der Gewinn von zwei wichtigen Punkten war ebenso erfreulich wie der Umstand, dass sich alle Spielerinnen in die Torliste eintragen konnten. Neben einer erneut absolut starken Anne Hubinger, sowie einer klasse agierenden Jasmin Maue, gilt ein großes Lob auch der erst 16-Jährigen Cindy Degen, die in ihrem ersten Bundesliga-Einsatz eine tolle Leistung abrufen konnte und diese mit zwei Toren krönte.

HSC 2000 : Radke, Hofmeister - Hubinger 9 / 5, Maue 6 / 1, Vogel 4 / 2, Wysinski 3, Degen 2, Bange 2, Hartmann 2, Sache 1, Bartl 1.