Die Handballer des SV Langenweddingen haben sich am Sonnabend in der Sachsen-Anhalt-Liga 27:27 (15:16) vom ewigen Rivalen SG Lok Schönebeck getrennt.

Langenweddingen. War es nun ein gewonnener Punkt, oder doch ein verlorener? So richtig kann man seitens des SV Langenweddingen das Ergebnis vom Wochenende immer noch nicht einschätzen. Zwar bestimmte der SVL über weite Strecken hinweg den Klassiker bei der SG Lok Schönebeck, führte phasenweise mit zwei oder drei Toren, kassierte aber immer wieder den Ausgleich.

Am Ende konnte das Deinert-Team noch froh sein, dass Sebastian Schneider, der stärkste SVL-Akteur an diesem Tag, mit dem Schlusspfiff vom Siebenmeterpunkt, die Nerven behielt. Es war das erwartet enge Spiel beider Kontrahenten, zwar mit Vorteilen und knappen Führungen der Gäste, so beim 1:2, 4:5 oder 6:7, doch der Gastgeber blieb stets auf Tuchfühlung. Der SVL verpasste es einfach, sich trotz guter Einwurfmöglichkeiten weiter vorentscheidend abzusetzen, selbst eine 4-Tore-Führung beim 8:12 baute man nicht weiter aus. Im Gegenteil, Lok war beim 10:12 wieder im Spiel.

Im Angriff lief es eigentlich ganz ordentlich, denn die Rückraumspieler Sebastian Schneider, Jörg Friedrich und Christoph Daffend trafen nach Belieben und brachten ihr Team beim 13:16 wieder mit drei Treffern nach vorn. Dafür schwächelten die Gäste im Deckungsverhalten, so dass Lok zur Pause nochmal auf 15:16 verkürzen konnte.

SVL-Trainer Markus Deinert war trotz der knappen Führung mit dem Auftreten seines Teams etwas unzufrieden, denn mit vielen technischen Fehlern, hatte man eine schwache Schönebecker Mannschaft im Spiel gehalten. Wachgerüttelt und neu motiviert kam der SVL zurück aus der Pause. Bissig in der Deckung und erfolgreich über die erste und zweite Welle, schaffte man beim 15:18 erneut eine 3-Tore-Führung. Doch der Gastgeber stemmte sich mit allen verfügbaren Mitteln gegen einen höheren Rückstand und nutzte jede Nachlässigkeit des SVL.

Erst beim 22:24 waren die Gäste wieder etwas weggezogen, doch auch diesmal waren die anschließenden Angriffsversuche zu überhastet abgeschlossen worden. Lok bestrafte dies eiskalt und kam beim 24:24 erneut zum Ausgleich. Bemerkenswert aber, dass der SVL zurückschlug und beim 24:25 wieder in Führung ging. Man erhöhte vier Minuten vor Spielende sogar auf 24:26. Alles schien Richtung Auswärtssieg zu laufen, doch weit gefehlt.

Lok kämpfte mit dem Heimvorteil im Rücken um jeden Ball. Erst konnten sie verkürzen, danach gelang ihnen das Remis. Der SVL schien geschockt und vertändelte trotz Überzahlsituation seinen Angriff. Lok-Trainer Volker Musche nahm 45 Sekunden vor Schluss eine Auszeit, beruhigte die Gemüter und dies mit Erfolg, denn sein Team ging nach einem erfolgreichen Rückraumwurf mit 27:26 in Führung.

Die SVL-Bank musste ebenfalls reagieren. 28 Sekunden waren noch auf der Hallenuhr und der letzte Spielzug wurde besprochen. Und diese Auszeit sollte Erfolg haben, denn das Abräumen über Links brachte in den Schlusssekunden noch einmal einen letzten Strafwurf für den SVL, welcher von Sebastian Schneider zum 27:27-Ausgleich verwandelt werden konnte.

SV Langenweddingen: M. Krüger / S. Heine - C. Bzdok (2), J. Friedrich (4), R. Schult (1), N. Bollmann, S. Schneider (10), S. Höppner, K. Herrmann (4), C. Daffend (4), T. Heine (2), A. Rohr.