Die Bohlekegel-Männer des SV Binde werden auch im fünften Jahr in Folge in der Bundesliga spielen. Das ist die gute Nachricht hinsichtlich der abgelaufenen Spielzeit in der Staffel Südost der 2. Liga. Die Saison an sich verbrachten die Altmärker eher zwischen Hoffen, Bangen und Zittern.

Binde/Arendsee l Ende gut, alles gut. So ähnlich darf man die kürzlich abgelaufene Saison der Binder Bohlekegelmänner in der 2. Bundesliga Südost kurz und knapp zusammenfassen. Die abgelaufene Spielzeit zählte sicherlich zu den schwersten der bisher vier gespielten in der Bundesliga. Nicht nur, weil die Binder praktisch bis zur letzten Sekunde um den Ligaverbleib bangen mussten, sondern auch, weil die Männer um Teamleiter Alf Schernikau diesmal das Glück nicht gerade gepachtet hatten. Dennoch lagen am Ende mit dem Aufsteiger SC Einheit Luckau und Gut Holz Rostock zwei Mannschaften hinter den Altmärkern im Tableau. Der SC Einheit allerdings nur mit zwei kleinen Zählern Rückstand. "Naja, wir haben drei, oder vielleicht sogar fünf Kreuze hinter die Saison gemacht. Das war nichts für schwache Nerven", so Alf Schernikau.

Es war also eine Gratwanderung in der abgelaufenen Saison. Dabei starteten die Binder sehr optimistisch in die Spielzeit. "Wenn wir unsere Heimspiele gut durchbringen und vielleicht auwärts irgendwo etwas holen könnten, dann sollte das mit dem Ligaverbleib auch klappen", so Teamleiter Alf Schernikau in der Saisonvorschau vor gut acht Monaten. Zu diesem Zeitpunkt ahnte er sicher noch nicht, dass der Kampf um den Klassenerhalt wirklich bis fast zum letzten Wurf andauern würde.

Doch der Reihe nach. Der Spielplan wollte es so, dass die Binder gleich mit zwei Auswärtspartien in Spandau und Stavenhagen starten mussten. Ein Blick auf die Abschlusstabelle zeigt, von welchem Kaliber diese beiden Teams waren. Mit zwei klaren 0:3-Niederlagen traten die Binder wieder die Heimreise an. Und gleich im folgenden Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger und Titelaspirant Lübeck ging auf der Heimbahn der Zusatzpunkt flöten. Bloß gut, dass die Binder im Anschluss daran sowohl gegen Rostock (3:0), Luckau (3:0) und auch Seddin (3:0) in Arendsee gewinnen und so etwas entspannter auf die Tabelle schauen konnten.

Es folgte nun eine Serie von vier Auswärtspartien in Folge, die auch alle klar mit 0:3 in die Hose gingen. Dabei waren die Binder in Ilsenburg, Oberschöneweide und auch bei EBT Berlin chancenlos. Nur bei Hertha wäre etwas möglich gewesen, doch die Bundeshauptstädter erhielten Verstärkung und punkteten ebenfalls voll gegen die Altmärker.

Spätestens nach dem folgenden Punktspielwochenende, wo der SVB Hertha (2:1) und EBT (3:0) empfing, war klar, dass es in dieser Saison wohl nur ums nackte Überleben gehen würde. "Zu diesem Zeitpunkt war schon abzusehen, wohin die Reise in dieser Saison gehen würde. Ich habe schon frühzeitig geahnt, dass das Ding wohl erst am letzten Punktspielwochenende entschieden werden wird. Allerdings gab es in der Schlussphase der Saison auch unglaubliche Ergebnisse. Da haben Mannschaften Punkte gelassen oder geholt, was man im Vorfeld nie so gedacht hätte", erklärt Schernikau.

Endspiele für den SVB in heimischer Halle

Und die Binder sollten ihre Endspiele bekommen. Vor dem abschließenden Punktspielwochende lagen die Altmärker nach klaren Niederlagen in Rostock, Luckau, Lübeck und Seddin sogar auf Rang elf - einem Abstiegsplatz. Allerdings hatten die Binder das Glück, die letzten beiden Partien gegen Ilsenburg und Oberschöneweide auf der Heimbahn bestreiten zu dürfen. Diese gewannen die Krüger Co. unter großem Druck souverän und hatten ihre Hausaufgaben damit erledigt. Der bange Blick richtete sich aber nach dem Sieg gegen Oberschöneweide am letzten Spieltag nach Lübeck. Dort durfte Luckau keinesfalls mehr als 30 kleine Punkte holen.

Die Erlösung kam per Telefon und der Rest war Binder Klassenerhaltsjubel pur. "Ich denke, diese Saison hat schon Nerven gekostet, aber auch gezeigt, wie stark und ausgeglichen die Staffel in diesem Jahr war. Wenn ich sehe wie dicht die Teams beieinander liegen, oder wie knapp manche Spiele ausgingen, ist das schon beeindruckend. Unsere Stärke war im Endeffekt, dass wir dem Druck standhalten konnten und neben den sechs Stammspielern auch noch weitere gute Kegler wie Reinhard Schulz, Frank Schulz, Wolfram Albrecht oder auch Wolfgang Behrens in der Hinterhand hatten. Ohne so einen breiten und ausgeglichenen Kader hätte das auch schiefgehen können", so Alf Schernikau.

So können sich die Binder auf ein fünftes Jahr in Folge in der Bundesliga freuen. Und erste Konturen zeichnen sich auch bereits ab. Während Stavenhagen als Aufsteiger die Liga verlässt, mussten Rostock und Luckau in den sauren Abstiegsapfel beißen. Dafür stoßen Absteiger NKC Berlin und die Aufsteiger Berlin und Neuruppin in die Südstaffel. "Mal sehen, was uns da so erwartet",so Schernikau. Doch ehe es im August wieder mit der scharfen Saisonvorbereitung losgeht und dreimal in der Woche in Arendsee trainiert wird, genießen die Binder erst einmal noch die Sommerpause.

 

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