Magdeburg. "Steh auf, wenn du am Boden bist", schallte es nach Spielschluss über das Gelände der SG Handwerk Magdeburg am Umfassungsweg. Selten war der Hit der Toten Hosen passender als nach diesen 93 Minuten. In einem hochemotionalen Spiel hat sich die SG Eintracht Mechau bei Handwerk Magdeburg mit 4:2 (2:0) durchgesetzt und den ersten Punktspielerfolg seit 133 Tagen gefeiert. Dabei schien die Partie über die ersten 80 Minuten ein Spiegelbild der Saison zu sein.

Mechau begann gut, der wieder spielberechtigte Pisula, von der Magdeburger Bank durchweg als "Ratte" bezeichnet, schoss nach drei Minuten drüber. Einen Versuch von Fabian Kretzschmann klärten die robusten Handwerker zur Ecke (6.). Bis auf eine Chance von Andreas Hauer, die Maik Behrens zunichte machte, hatten die Gastgeber auf ihrem kleinen Kunstrasenplatz kaum eine zwingende Torchance. Die Eintracht ging nach 29 Minuten durch Marc Pätzold in Führung. Seinen abgefälschten Schuss konnte Trautner im Handwerk-Tor nicht mehr abwehren. Kurz vor der Halbzeit-pause erhöhte Rafal Pisula per direktem Freistoß aus halbrechter Position auf 2:0. Mechau schien auf dem Weg.

Ein lapidarer Einwurf brachte das Brandt-Team vier Minuten nach Wiederanpfiff völlig aus dem Konzept. Markus Krotki, der für den verletzten Uwe Schmidt in der Abwehr spielte, konnte mit dem Kopf nicht klären, so dass der großgewachsene Handwerk-Kapitän Andreas Hauer den Ball per Kopf zum 1:2 über die Linie bugsierte.

Der Gegentreffer zeigte Wirkung. Die Eintracht verlor komplett die Kontrolle. Handwerk spielte schnell, zielstrebig und profitierte von einfachen Mechauer Fehlern. So leistete sich Krotki einen Fauxpas im Aufbauspiel, machte diesen aber wieder gut, indem er den Schuss abblockte (52.). Vor allem die linke Seite der Landeshauptstädter sorgte für viel Gefahr. Marcel Lindner und Thomas Wolff waren nur schwer zu stellen. Nach einem schwachen Abschlag und einem flachen Pass in die Tiefe stand es 2:2. Thomas Wolff überwand Marc Mette (57.).

Mechau lag am Boden, der dritte Gegntreffer schien nur eine Frage der Zeit. Zwei Minuten nach dem Ausgleich rettete Mette sein Team nach einem Gewaltschuss von Manuel Kaschlaw. Brandt wechselte, brachte Schwan für Lamprecht. Handwerk blieb jedoch dran und hätte nach 74 Minuten die Partie komplett drehen müssen. Der eingewechselte Avdyli schoss nach schöner Vorarbeit von Wolff aus 16 Metern am leeren Tor vorbei. Die Einwechslung des wendigen Duc Nguyen Viet brachte erstmals wieder Schwung ins Mechauer Spiel. Mit ihrem ersten ernst zu nehmenden Angriff im zweiten Durchgang gingen die Brandt-Schützlinge wieder in Führung. Mathias Grabs setzte sich gegen den letzten Magdeburger Abwehrspieler durch und schloss ins lange Eck ab. Die Gastgeber warfen nun alles nach vorne und hätten zwei Minuten vor dem Ende ausgleichen können. Eine Flanke von Liedtke erreichte den eingewechselten Chlasta, dessen Kopfball nur um Zentimeter am Pfosten vorbei strich. In der Nachspielzeit machte Mathias Grabs nach Vorarbeit von Schwan und Nguyen Viet den ersten Sieg nach 133 Tagen perfekt.

Torfolge: 0:1 Pätzold (29.), 0:2 Pisula (43.), 1:2 Hauer (49.), 2:2 Wolff (57.), 2:3/2:4 Grabs (80./90.+2).

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