Viele Fußballer träumen von einer großen Karriere. Einst hat dies auch Christof Köhne getan. Der 22-Jährige wuchs im beschaulichen Goldbeck im Landkreis Stendal auf. Im Jahr 2009 schaffte er den Sprung zum 1. FC Magdeburg. Zunächst spielte Köhne für die zweite Mannschaft des FCM, mittlerweile hat er es sogar ins Regionalliga-Team geschafft.

Magdeburg/Goldbeck. Im Alter von fünf Jahren begann Christof Köhne mit dem Fußballspielen. Unter der Leitung von Dieter Albrecht (Köhne: "Ein guter Trainer und eine Respektsperson") kickte er für die F-Junioren seines Heimatvereins SV Blau-Gelb Goldbeck. Zur Saison 2000/2001 wechselte Christof zum 1. FC Lok Stendal in die D-Junioren-Landesliga. Doch er wollte schnellstmöglich wieder zurück nach Goldbeck, um mit seinen Freunden zusammen zu spielen. Ein weiterer Faktor war Vater Gerhard, zu diesem Zeitpunkt Trainer der C-Junioren Goldbecks. Für die Blau-Gelben spielte Christof in der C- und B-Jugend jeweils in der Landesliga, in der A-Jugend hingegen in der Kreisliga.

Im Jahr 2006 rückte Köhne in die Männer-Mannschaft des SV Blau-Gelb Goldbeck auf. Bis 2009 wurde er dort in der Landesliga von Lutz Homann, Olaf Harfenmeister und zuletzt von Jürgen Dobberkau trainiert. Christof hatte als gelernter Mittelfeldspieler Talent, ganz unbestritten, aber wie kam sein Wechsel zum 1. FC Magdeburg zu Stande?

"Dann packte mich der Ehrgeiz"

Auf eine sehr kuriose Art und Weise. "Mein Mitspieler Dirk Kaufmann hat mich damals gefragt, ob ich nicht Lust an einem Probetraining beim FCM hätte. Zunächst war Fußball für mich nur ein Hobby, doch dann packte mich der Ehrgeiz und ich wollte viel erreichen", berichtet Köhne. Der Goldbecker wurde zu diesem Zeitpunkt auch schon einmal von den Landeshauptstädtern beobachtet und bekam seinerzeit einen Anruf vom FCM. Und tatsächlich: Ihm wurde ein Probetraining angeboten. "Ich glaube, da hatte Dirk Kaufmann auch seine Finger im Spiel", berichtet Christof mit einem Lächeln im Gesicht. In der Winterpause der Saison 2008/2009 spielte Köhne bei der U23-Mannschaft (Ober-liga) des 1. FC Magdeburg vor. Mit Erfolg. Er hätte dort sofort anfangen können, blieb aber noch bis Saisonende in Goldbeck. Zwischenzeitlich hatte auch Verbandsligist 1. FC Lok Stendal bei Christof angefragt - vergeblich.

Zur Spielzeit 2009/2010 wechselte der bekennende Fan von Borussia Dortmund nach Magdeburg. Für die zweite Mannschaft des 1. FCM ging er zunächst in der Verbandsliga auf Torejagd. Doch wie gelang Christof dann sogar der Sprung in die erste Mannschaft der Magdeburger? "Unser jetziger Co-Trainer Mario Middendorf beobachtete mich in der Zweiten und belohnte mich für meine guten Leistungen", verrät Köhne. So trainierte Christof des Öfteren mit der Regionalliga-Mannschaft, ehe er im März 2010 im Derby gegen den Halleschen FC erstmals im Kader stand. Eine Verletzung warf ihn kurz darauf zurück. Köhnes Ziel, weiterhin in der Ersten zu bleiben, drohte in weite Ferne zu rücken. Doch der Goldbecker kämpfte sich zurück und stand Ende Oktober 2010 wieder im Kader, damals im Landespokal-Spiel gegen Romonta Stedten. "Von da an bin ich immer in der Mannschaft geblieben", freut sich Christof, der zuletzt sogar zweimal in Folge in der Start-elf stand und sogar über die vollen 90 Minuten spielte.

Stammplatz in der Vierer-Abwehrkette

Köhne agiert auf der Position des rechten Außenverteidigers, für einen Linksfuß sicher etwas ungewohnt. "In der Viererkette sind eigentlich alle Positionen für mich akzeptabel, allerdings würde ich doch schon etwas lieber auf der linken Seite spielen", gibt der 22-Jährige zu.

Die sportliche Misere beim FCM ging natürlich auch an dem Altmärker nicht vorbei. Kürzlich wurde Trainer Ruud Kaiser entlassen und durch Wolfgang Sandhowe, vorher Coach der U23, ersetzt. "Wenn du als Trainer keine Punkte holst, dann hast du es natürlich sehr schwer. Ich hatte mit Ruud Kaiser keine Probleme, schließlich habe ich auch unter ihm gespielt", berichtet Köhne. Und was hält er von seinem neuen Trainer Wolfgang Sandhowe? "Er ist ein ehrlicher Trainer und es macht viel Spaß mit ihm", so Christof über den ehemaligen Coach des 1. FC Lok Stendal.

Sandhowe äußerte sich dann auch über seinen großgewachsenen Schützling: "Er ist ein sehr ruhiger Vertreter, ich schätze seine Art sehr. Auf dem Platz hat er ein gutes Stellungsspiel und ist zweikampfstark. Verbessern muss er allerdings noch sein Passspiel und nach vorn muss etwas mehr kommen."

Seine Teamkollegen schätzen Christofs Art ebenfalls. Sebastian Sumelka beispielsweise sagt: "Christof hat immer schräge Sprüche drauf. Die kommen dann immer spontan und lustig rüber. Und ich glaube, dass keiner von uns höher springen kann als er." Marvin Wijks ist gleicher Meinung. "Christof ist ein guter Junge und jeden Tag froh. Er ist jung und kann noch viel lernen."

So oft wie möglich in der Heimat

Seine Freizeit verbringt Köhne häufig mit Freundin Karoline. "Wir kochen, gehen ins Kino oder Spazieren. Ich tanke zu Hause viel Kraft", gibt der 22-Jährige zu. In Magdeburg fühlt er sich sehr wohl. "Es gibt gute Einkaufsmöglichkeiten, gut essen kann man auch fast überall gehen. Es passt eigentlich alles", berichtet Köhne. So oft wie möglich fährt Christof auch in seinen Heimatort Goldbeck. Dort drückt er seinem Ex-Verein Blau-Gelb in der Landesklasse die Daumen. Bei Heimspielen, aber auch bei Auswärtspartien ist Köhne oft dabei. "Es ist schade, dass Blau-Gelb Goldbeck nur noch in der Landesklasse spielt. Sie haben das Potenzial für die Landesliga. Aber ich bin sehr froh, dass sie oben in der Tabelle mitspielen", freut sich Christof. Wäre eine Rückkehr in die Altmark für Köhne vorstellbar? "Natürlich. Goldbeck ist immer meine erste Adresse. Aber das hat noch Zeit. Vielleicht spiele ich ja in 20 Jahren für die Altherren vom SV Blau-Gelb", so Christof Köhne mit einem Lächeln im Gesicht. Erstmal zählt für ihn nur der 1. FC Magdeburg.

Und der 22-Jährige gibt sich im Abstiegskampf der Regionalliga Nord kämpferisch: "Ich versuche immer, meine Leistung zu bringen, dann bekomme ich auch die Belohnung. An einen Abstieg denke ich persönlich nicht, auch wenn die Lage brenzlig ist." Konkret: Christof möchte seinen Stammplatz behalten und mit dem 1. FC Magdeburg den Klassenerhalt schaffen.

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