Torsten Kempe zählt derzeit zu den jüngsten Trainern der Fußball-Kreisliga. Vor Saisonbeginn übernahm er den MTV Beetzendorf, und nicht viele Experten hatten den MTV nach 26 Spieltagen mit 46 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz erwartet. Kempe hatte Schwerstarbeit zu verrichten, musste binnen Monaten nach einem personellen Umbruch eine neue Mannschaft formen. Wie ihm das gelang und wie es beim MTV weitergeht, fragte Volksstimme-Sportvolontär Florian Schulz den Neu-Trainer des MTV.

Volksstimme: Herr Kempe, derzeit steht Ihr Team mit 46 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Was hat sich der MTV bis Saisonende noch vorgenommen?

Torsten Kempe: Es wäre sehr gut, wenn wir unseren fünften Platz halten. Wir wollen das Maximum herausholen und, wenn möglich, in den verbleibenden vier Spielen noch sieben Punkte holen. Ich denke, das ist schon nötig, wenn wir Fünfter bleiben wollen.

Volksstimme: Sie haben jetzt fast eine Saison beim MTV Beetzendorf hinter sich gebracht. Wie beurteilen Sie das Kreisliga-Jahr?

Kempe: Es verlief sowohl für mich als auch für den Verein sehr positiv. Nach vielen Abgängen hat sich die Mannschaft in der Rückrunde stabilisiert und eine starke Serie gestartet. Wir haben uns im oberen Tabellendrittel etabliert, was für mich persönlich eine positive Überraschung ist.

Volksstimme: Ihre Mannschaft hat die Hälfte aller Spiele gewonnen und sich unter die besten Fünf der Liga gemischt. Was hat sich unter Torsten Kempe beim MTV verändert?

Kempe: Ich weiß nicht, was sich im Vergleich zu meinem Vorgänger verändert hat. Ich setze auf spielerische Elemente, die sind für mich wichtiger als der Kampf. Wir haben viele technisch versierte Spieler in der Mannschaft. Im Training stehen außerdem Kondition und Ausdauer im Vordergrund. Vielleicht hatten wir des Öfteren aber auch mal das Quäntchen Glück auf unserer Seite, das dem Team zusätzliche Sicherheit gebracht hat.

Volksstimme: Nach sechs Spieltagen stand Ihr Team noch auf dem zweiten Tabellenplatz, ist dann jedoch, innerhalb weniger Spieltage, zwischenzeitlich bis auf den achten Platz abgerutscht. Wie ist das kleine Tief für Sie zu erklären?

Kempe: Das ist ganz einfach zu erklären. Nach der 0:5-Niederlage zum Auftakt gegen den SSV 80 Gardelegen II haben wir eine Siegesserie von fünf Spielen gestartet. Dann wollten die Spieler auf einmal noch mehr. Das war reine Kopfsache. Wir wollten einfach zu viel, und daraus resultierten Niederlagen. Wichtig war, dass wir dann mit 3:2 in Miesterhorst gewonnen haben. Dieses Spiel brachte die Wende, denn die Mannschaft hat fortan wieder Moral gezeigt.

Volksstimme: Vor der Saison wurde die Landesliga-A-Jugend beim MTV aufgelöst, wodurch viele hoffnungsvolle Talente den Verein verließen. Wird das dem MTV Beetzendorf Ihrer Meinung nach irgendwann noch einmal nachhängen?

Kempe: Es ist immer schade für einen Dorfverein, wenn junge hoffnungsvolle Spieler weggehen, weil sie entweder höherklassig spielen wollen oder Studium und Arbeit im Vordergrund stehen. Aber wir haben ein junges Team, das in dieser Besetzung auch noch lange zusammenspielen könnte.

Volksstimme: Mit Danilo Wünsch, Tim Langenbeck oder Markus Thiel sind noch einige A-Junioren geblieben. Auch ansonsten spielen viele junge Akteure in Ihrer Mannschaft. Was halten Sie von Ihnen?

Kempe: Zurückblickend auf die Saison muss ich sagen, dass sich die jungen Spieler allesamt in der Kreisliga etabliert haben. Zum Teil haben sie sich auch noch weiterentwickelt und sind zu Stammspielern geworden. Unser derzeitiges Team harmoniert. Das ist sehr gut für mich als Trainer.

Volksstimme: Vor wenigen Jahren waren Sie schon einmal Trainer des MTV Beetzendorf. Warum war es damals nur ein relativ kurzes Intermezzo?

Kempe: Ich habe mich damals mit dem Vorstand so geeinigt, dass ich die Mannschaft nur für einen kurzen Zeitraum übernehme. Eineinhalb Jahre war ich damals Trainer. Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings auch noch jung und unerfahren. Ich wollte mein Trainer-Wissen aufbessern und habe bei Dietrich Timm in meiner Co-Trainer-Zeit beim SV Eintracht Salzwedel viel dazugelernt.

Volksstimme: Was muss sich, Ihrer Meinung nach, in der Zukunft insgesamt brim MTV noch verbessern?

Kempe: Fürs Erste bin ich sehr zufrieden. Im Trainerstab sind wir sehr gut aufgestellt, haben mit Jens Seifert einen neuen Fitness- und mit Rainer Serowy einen neuen Torwarttrainer. Die Kommunikation ist bei uns sehr gut und wir haben uns sportlich in der Kreisliga längst etabliert. Von daher muss sich, aus meiner Sicht, nicht viel ändern.

Volksstimme: Vor zwei Jahren spielte Beetzendorf noch in der Landesklasse. Wird der Aufstieg in Zukunft vielleicht auch noch mal eine Rolle spielen?

Kempe: Wenn es uns gelingt, unseren Kader weiterhin in der Breite zu verstärken, können wir irgendwann vielleicht mal darüber reden. Doch bekanntermaßen ist es sehr schwer, neue Spieler von anderen Vereinen wegzulocken.

Volksstimme: Gibt es schon Planungen für die nächste Saison? Sind Verstärkungen für den MTV in Sicht?

Kempe: Die Mannschaft bleibt zusammen, das ist ganz wichtig. Wir müssen schauen, ob wir uns vielleicht irgendwie noch verstärken können. Im Juli machen wir ein Trainingslager in Osterburg, das der Vorbereitung zur nächsten Saison dienen soll.

Volksstimme: Bei Ihrem Ex-Verein, dem SV Eintracht Salzwedel, läuft es derzeit nicht rund. Der Trainerstab wird nach der Spielzeit geschlossen zurücktreten. Was sagen Sie persönlich dazu?

Kempe: Der SV Eintracht Salzwedel muss auf jeden Fall in der Landesliga bleiben. Es wäre schlimm, wenn ein solcher Verein, der hervorragende Jugendarbeit leistet, auseinanderfallen würde. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten schnellstmöglich wieder auf einen Nenner kommen und wieder Struktur in den Verein kommt.

Volksstimme: Vielen Dank für das nette Gespräch und maximale Erfolge.