Lisa Wolf musste am Sonn-abend ganz schön kämpfen. Die Linksaußen der SG Lok Schönebeck hatte mit Stefani Mußmann eine ganz energische Gegenspielerin, an der sie sich mehrmals "festgebissen" hat. Doch mit ihrer Schnelligkeit und Erfahrung konnte sich Wolf auch genauso oft durchsetzen, traf insgesamt achtmal und trug somit entscheidend zum 36:27 (16:13)-Sieg der SG Lok Schönebeck im Derby der Handball-Sachsen-Anhalt-Liga beim HC Salzland 06 II bei.

Staßfurt. Lisa Wolf gehört seit Wochen, wahrscheinlich sogar seit Monaten, zu den stabilsten Größen im Team von Trainer Dirk Schedlo. Sei es in der Balleroberung, in der 6-0-Deckung oder als treffsichere Linksaußen in der Offensive – Wolf spielt nicht nur ihren Stiefel herunter, sie kann durchaus eine Partie prägen, wenngleich sie dabei nicht mit spektakulären Aktionen auffällt.

Schedlo weiß, was er an der 21-Jährigen hat. Sie war es, die in der zweiten Halbzeit, als Lok in doppelter Unterzahl agieren musste, mit ihrem Treffer zum 20:24 (45.) den Vorsprung für die Gäste gesichert hat. "In dieser Phase haben wir unsere spielerische Linie verlassen", haderte Schedlo. Bis dahin bestimmten seine Schützlinge nämlich das Tempo, dominierten somit das Spiel und den Gegner, ließen sich aber in der Folge zu Lässigkeiten hinreißen. "Ich wusste, dass es vom Kopf her ein schweres Spiel wird", so der Coach. Schließlich ist es immer schwierig, die Konzentration gegen einen in der Offensive weitgehend harmlosen Tabellenletzten aufrecht zu erhalten.

Doch nach dieser kurzen Schwächephase fing sich Lok wieder, enteilte schließlich durch gute Rückraumtreffer von Sabrina Koeck, als sie endlich mal ein paar Freiheiten bekam, weil erst Saskia Kalwatz und dann Nicole Krause am Kreis gut sperrten, zum 27:32 (57.). Zudem zeichnete sich Melanie Krause durch gute Aktionen im Eins-gegen-Eins aus.

Schönebeck war also schwer auszurechnen, agierte sehr variabel in der Offensive (Kreis, Rückraum, Außen). Salzland tat sich schwer im Abwehrverbund, erst in seiner 4-2, später in seiner 6-0, weil zu wenig Bewegung in der Defensive war. Der Innenblock rückte spät hinaus, im Eins-gegen-Eins agierte das Team zu harmlos, machte die Gegenspielerinnen zu spät oder gar nicht fest. Dabei hat das Team vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit gezeigt, dass es mehr kann. Als es eben jene Elemente zur Zufriedenheit von Trainer Marion Rieck ausgeführt und Lok somit unter Druck gesetzt hat, schlichen sich einige Abspielfehler bei den Gästen ein, Salzland verkürzte zwischenzeitlich zum 17:20 (39.).

Doch mit individueller Klasse rettete sich Schönebeck aus dieser angedeuteten Umklammerung und unterstrich in der Folge seine spielerische Variabilität, mit der es den momentanen vierten Platz, "der eine Sensation ist", untermauerte. Damit sollte auch gegen den Zweiten, den MSV Buna Schkopau, der am Sonntag um 14 Uhr in der Franz-Vollbring-Halle gastiert, ein Erfolg möglich sein. Nicht nur Lisa Wolf wird darauf vorbereitet sein.

HC Salzland 06 II: Braune, H. Mußmann – Zeidler (1), S. Mußmann, Seifert (5), Rähm, Kohn-Bolze (1), Förster (7), Nahrendorf (2), Böge (2), Arnold (1), Rieck (8)

Lok Schönebeck: Suchan, Virkus, Thiel – Wolf (8), M. Krause (5), Schedlo (5), Koeck (12), Sauer, N. Krause (1), Stagge (1), Braun, Depta, Kalwatz (4)

Strafwürfe: HCS 1/3 – Lok 3/3; Zeitstrafen: HCS 4 – Lok 5

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