Köthen (chj) l Das Positive ist, dass die Handballer der TSG Calbe 45 Minuten lang beim Tabellenführer der Mitteldeutschen Oberliga, HG Köthen, mithielten und teilweise fast gleichwertig agierten. Das Negative ist, dass am Ende trotzdem eine 26:35 (14:16)-Niederlage auf dem Spielbericht stand. Auf selbigem stand nicht nur das Ergebnis, vor allem war er von Zeitstrafen übersät. Insgesamt gab es 25, davon 15 allein für die TSG.

Vor der Partie hoffte Calbes Trainer René Linkohr, dass das Team angesichts der Winterpause Spaß am Handball haben würde. Doch angesichts der Massen an Zeitstrafen "ging der Spaß verloren", erklärte Linkohr. "Wir waren eine halbe Stunde in Unterzahl, in einem von Fairness geprägten Spiel." Viele Fouls seien keiner Zeitstrafe würdig gewesen. Doch das sah das Schiedsrichtergespann Sebastian Meisel und Marcus Schwertz wohl anders.

Linkohr kannte die Spielweise der Köthener gut. So konnte er seine Schützlinge darauf vorbereiten. "Wir haben in der ersten Halbzeit gut umgesetzt, was wir zuvor trainiert hatten." Die 6:0-Deckung agierte aggressiv. Kam doch ein Köthener zum Abschluss, erwies sich Schlussmann Stefan Wiederhold als Fels in der Brandung. "Mit acht Paraden bis zur 27. Minute gab er uns zusätzlichen Halt", erklärte sein Coach.

Doch dann zog ein Bruch in das Calbenser Spiel ein - nicht zuletzt durch zwei Zeitstrafen. Der Tabellenführer nutzte die Überzahl clever und erspielte sich ein kleines Pausenpolster von zwei Toren (16:14). Noch konnte Linkohr zufrieden sein, bis dahin verlief das Geschehen "auf Augenhöhe".

Köthen investierte zu Beginn des zweiten Durchgangs mehr - hinzu kamen vier Minuten in Überzahl. Vor allem Steven Just auf Rechtsaußen erschwerte den Gästen das Leben. Neun seiner zehn Versuche fanden den Weg in den TSG-Kasten. So zogen die Gastgeber zum 22:16 davon. Doch Calbe bäumte sich noch einmal auf, traf in Unterzahl viermal, verkürzte so zum 20:22. "Dann wurde Köthens Abwehr stärker und präsenter und ließ uns kaum noch zum Wurf kommen", erklärte Linkohr.

Zum Ende hin verlor die TSG die Disziplin, allein sieben Fehlwürfe in Folge deuten auf verlorene Nerven hin. Die erfahrenen Köthener nutzten nun die Schwächen der Gäste und erspielten sich einen deutlichen Vorsprung.

"Es kommt nicht alle Tage vor, dass man 30 Minuten in Unterzahl spielt", wunderte sich Linkohr. Dennoch müsse nun das Positive herauszufiltern sein, um in Ziegelheim zum Erfolg zu kommen. "Wir machen jetzt einen Cut. Lange Zeit war kein Klassenunterschied erkennbar. Das müssen wir in das nächste Spiel mitnehmen und unbedingt ein Erfolgserlebnis einholen", so Calbes Trainer.

TSG Calbe: Wiederhold, Bertram - Walther, Barby (1), Krause (3), Hulha (6), Kaiser (1), Rätzel, Lange (3/1), Marschall, Weiß (1), Sowa (5/1), Kralik (3), Hübner (3)

Siebenmeter: Köthen 4/3 - Calbe 5/2; Zeitstrafen: Köthen 10 - Calbe 15; Rot: Martin Lux (Foulspiel, 44., Köthen), Martin Sowa (3x2 Minuten, 59. Minute, Calbe)