Die Hinrunde der Fußball-Landesliga spielte sich für den Schönebecker SV oft zwischen Extremen ab. Auf hohe Siege folgten ebenso hohe Niederlagen. Zur Rückrunde will Trainer Marko Fiedler daher vor allem daran arbeiten, dass Disziplin und Konstanz in die Mannschaft einziehen.

Schönebeck l Wenn sich Fiedler in der gesamten Hinrunde über etwas ärgerte, dann ist es das Auftreten seiner Mannschaft als Team. "Auch nach Niederlagen muss man zusammenstehen und dem anderen nicht seine Fehler vorbeten." Dabei nimmt er vor allem die älteren Akteure in die Pflicht. "Von ihnen hätte ich mir mehr Führungsqualitäten gewünscht." Dabei wuchs die Mannschaft, die sich mit vielen neuen Spielern zur Saison 2013/14 verstärkt hatte, zunächst gut zusammen. Rico Willner, Enrico Palm, Robert Kellermann, Rolf Schulze und Christian Bruchmüller wurden gut aufgenommen.

Nach den ersten beiden Spielen sah es nach einer guten Saison für die Elbestädter aus. Gegen die Reserve des VfB Germania Halberstadt gewann der SSV mit 6:1, gegen den SV Lok Aschersleben mit 4:3. "Danach sind wir allerdings etwas aus unserer Spur geraten", schätzt Fiedler ein. Den beiden Siegen folgte eine 1:6-Niederlage gegen den 1. FC Einheit Wernigerode. "Allerdings kann man gegen diese Mannschaft schon hoch verlieren", räumt der Coach ein.

Viel mehr Bauchschmerzen bereitete Fiedler die zunehmend fehlende Konstanz seiner Schützlinge. Gab es gegen den Magdeburger SV Börde (4:1) und den Möringer SV (5:0) noch hohe Siege, kassierten die Schönebecker im Hinrundenverlauf vier Niederlagen in Folge (0:4 gegen Barleben, 0:2 gegen Förderstedt, 0:1 gegen Calbe und 1:2 gegen Fortuna Magdeburg). "Der Rückstand in diesen Partien hat uns aus der Bahn geworfen. Wir haben offensiven Fußball praktiziert, dafür aber in der Defensive nachgelassen", erklärt der Trainer.

Undiszipliniertheiten wie unnötige rote Karten ließen den SSV nicht nur in der Ligatabelle sondern auch in der Fair-Play-Wertung abrutschen. Derzeit belegen die Schönebecker Platz 15. "So etwas ist nicht schön", sagt Fiedler. "Zur Rückrunde werden wir den Strafenkatalog überarbeiten, um gezielt gegen solche Aktionen im Spiel vorzugehen. Wer sich nicht benehmen kann, der schaut eben nur zu."

In den letzten beiden Partien der Hinrunde schien sich der SSV allerdings wieder gefangen zu haben. Gegen den VfB Ottersleben fuhren die Elbestädter einen 2:1-Sieg ein und im Derby gegen den Burger BC stand ein 1:1-Remis zu Buche. "Ich habe viel mit den Jungs gesprochen und es hat Wirkung gezeigt, sagt Fiedler. "Sie haben viel Moral bewiesen und sind wieder geschlossen aufgetreten. Dieser Trend hat sich auch in der Pause in den Hallenturnieren fortgesetzt." Zuletzt wurde der SSV im WBG-Cup, dem eigenen Hallenfußball-Turnier, Zweiter.

Den neu aufblühenden Mannschaftsgeist gilt es nun, in die Rückrunde mitzunehmen. Es kommen auch wieder neue Spieler hinzu. Sebastian Mergel, der vom TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens wechselte, wird in der Defensive für frischen Wind sorgen, den Sturm unterstützt Stefan Kauczor vom TuS 1860 Neustadt. Als inzwischen dritter Torwart kommt Enrico Both vom Schönebecker SC hinzu. "Wir wollen unser Potenzial in der Rückrunde besser nutzen und uns im Umkehrspiel, der Defensive und in der Disziplin verbessern", so der Coach. "Das sind wir auch unseren Fans schuldig, die uns immer wunderbar unterstützten." Zudem freut sich Fiedler über eine wieder erstarkte Zusammenarbeit mit der SSV-Reserve. "Beide Teams wollen sich in der Rückrunde mehr unterstützen."

 

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