Die enttäuschten Gesichter bestimmten das Geschehen nach dem Abpfiff, doch sie drückten mehr aus als nur zwei verlorene Punkte. Mit einem 1:1 (1:0)-Remis gegen Besiegdas Magdeburg startete der TSV Kleinmühlingen/Zens unglücklich in die Rückrunde der Fußball-Landesklasse.

Kleinmühlingen l Natürlich war aufgrund der guten Chancen mehr drin, doch am Ende schätzte auch Trainer Mario Katte mit Blick auf die bisherigen Spieltage und die Personalsorgen, weil unter anderem Guido Möbius und Florian Wehling fehlten und mehrere Spieler angeschlagen waren, ein: "Wir müssen in dieser Saison einfach kleinere Brötchen backen."

Überhaupt hatte man das Gefühl, der TSV sei satt und zufrieden mit dem, was bisher erreicht wurde (Zweiter und Dritter Platz in den Vorsaisons). Vielleicht ist das der Hauptgrund, dass die letzten Prozente, die das Team bis Mitte 2013 noch ausgezeichnet hatten, fehlen. Zum Beispiel in der Rückwärtsbewegung, in der es viel zu lange dauerte, bis das Mittelfeld wieder hinter dem Ball war und die Abwehr daher oftmals sogar in Unterzahl gegen die Konter der Magdeburger spielen musste. Eine Situation nutzte Mario Winkler zum 1:1-Ausgleich (68.), als er ungedeckt am langen Pfosten zum Kopfball kam. In der Folge hatte Kleinmühlingen sogar mehrfach Glück, weil Magdeburgs Thomas Müller entweder den Ball nicht richtig traf oder TSV-Keeper Jens Ulrich noch eingreifen konnte.

Und als dann noch die Möglichkeiten zum Siegtreffer vorhanden waren, wurden sie überhastet vergeben. Zum einen nutzte der eingewechselte Shimon Wolff einen Querschläger der Abwehr nicht - er schoss ohne Gegenspieler den Torwart an (84.) -, zum andere verpasste er nach klugem Pass von Norman Möbes die Entscheidung (89.). Womöglich wurde in diesen Szenen das mangelnde Training offensichtlich, denn "die Selbstverständlichkeit, mit der er sonst diese Dinger macht, muss man sich in den Einheiten erarbeiten", haderte auch Katte.

Es war jedoch nicht alles schlecht bei den Gastgebern. Vor allem in der ersten Halbzeit hatten sie durchaus mehr Ballbesitz und auch die gefährlicheren Szenen. Allerdings ließ im Aufbau der Spielfluss sehr zu wünschen übrig. Viel zu oft wurden lange Bälle in die Spitze geschlagen, die viel zu selten bei Max Jäger oder Möbes ankamen. Nur einmal harmonierte der Laufweg von Möbes mit dem langen Pass von Andreas Kirchhoff. Es sprang ein Freistoß heraus, aus dessen Folge sich Dennis Rönz in den Strafraum durchsetzte, zurückpasste, die Abwehr nicht klären konnte und Jäger richtig stand - 1:0.

Nach diesem Treffer hatte der TSV für zehn Minuten Oberhand, zeigte ein lauffreudiges Pressing und viel Bewegung im Spiel ohne Ball, war so präsent wie es ihn in den vergangenen Spielzeiten oftmals auszeichnete. Zählbares sprang jedoch nicht heraus, und dann war die gute Phase genauso schnell wieder vorbei wie sie aufgeblitzt war - nicht nur zur Enttäuschung der Zuschauer.

Kleinmühlingen/Zens: Ulrich - Klepel, Balder, Berlau, Götsche, Möbius, Kirchhoff, Rönz, Kuhne (75. Wolff), Jäger (75. Katte), Durrhack

Tore: 1:0 Max Jäger (30.), 1:1 Mario Winkler (68.), SR: Sämisch, ZS: 65