Im April beginnen die Wertungsrennen des Landescups der Volksläufer in Sachsen-Anhalt. Bisher hatte sich Gaensefurther als einer der Sponsoren an den insgesamt 13 Läufen beteiligt. Nun hat die dänische Firma Novo Nordisk kompakt diesen Platz eingenommen. Die Volksstimme traf Andreas Broska, Pressewart der Leichtathletik-Abteilung der TSG Calbe zum Gespräch über den neuen Sponsor und den Landescup.

Calbe l Da sich das Familienunternehmen Gaensefurther aus dem jahrelangen Sponsoring zurückgezogen hat, suchte der Leichtathletik-Landesverband Sachsen-Anhalt (LVSA) einen neuen Partner. Fündig wurde er im fernen Dänemark. "Über frühere Kontakte hatte unser Präsident Gerry Kley Verbindung mit dem Vorstand des Pharma-Unternehmens aufgenommen und konnte so einen neuen Sponsor für den Cup gewinnen", erklärt Karla Bauer, Geschäftsführerin des LVSA.

Nun heißt der Cup "Novo Nodisk Landescup", setzt sich aus 13 Wertungsläufen zusammen und erstreckt sich über das gesamte Bundesland. Unter diesen Läufen befinden sich auch drei Halbmarathons und zwei Landesmeisterschaften. Die erste, der Bad Schmiedeberger Brunnenlauf, eröffnet die Saison am 5. April. "Jeder Teilnehmer muss, wenn er in die Endwertung kommen möchte, mindestens vier Läufe absolvieren, maximal acht. Die restlichen fünf Läufe gelten dann als Streichresultate", erklärt Broska, der neben seiner Funktion als Pressewart selbst aktiver Läufer ist. Alle Alterklassen können an diesem Cup teilnehmen. Die Strecken richten sich nach Alter und Geschlecht der Athleten. "Gerade viele ältere Läufer fragen immer wieder, ob sie bei einem Halbmarathon auch die schweren Strecken der Männer absolvieren müssen. Das ist natürlich nicht so. Die Senioren ab M 65 und älter können natürlich auch die kürzeren Frauen- beziehungsweise Seniorenstrecken absolvieren", weiß Broska.

Ein wenig traurig ist er darüber, dass die Teilnehmerzahl, die wirklich vier Läufe durchhält, in den vergangenen Jahren gesunken ist. "Das liegt daran, dass die meisten Läufer schauen, welche Veranstaltung in ihrer Nähe ist. Außerdem nehmen auch immer weniger Jugendliche am Läufercup teil, das ist schon schade."

Broskas Liebe zur Leichtathletik geht weit zurück. "Ich war Läufer und habe Weitsprung betrieben", berichtet der 21-Jährige. Bevor er 2009 Mitglied der TSG Calbe wurde, lief er privat. Seinen ersten Landescup bestritt er mit 16 Jahren. "Über Gabrielle Kessler bin ich zum Cup gekommen. Sie hat mich einfach mal mitgenommen", erinnert sich Broska. "Ich bin damals im vorderen Feld gelandet, das fand ich schon beachtlich."

Zuvor hatte er auch über die Schule an Wettkämpfen teilgenommen, vor allem an den Kinder- und Jugendspielen. Dabei merkte er schnell, dass es ihn mehr zum Laufen als zum Weitsprung zog. "Beim Laufen gab es einfach mehr Gemeinschaftssinn", so der 21-Jährige. "Man hat noch vor den Wettkämpfen miteinander gesprochen oder anschließend den Lauf ausgewertet. Das war beim Weitsprung weniger der Fall, da hat sich jeder nur auf seinen nächsten Sprung konzentriert."

Der Sport ist ein Grund für Broskas derzeitigen Beruf. Der Calbenser arbeitet bei der Bundespolizei, ist in Frankfurt stationiert. "Gerade die Ausbildung hat viel mit Sport zu tun." Ein anderer Grund ist allerdings auch die gesicherte berufliche Zukunft: "Das haben meine Eltern damals auch gesagt und mir vorgeschlagen, dass ich es mal bei der Bundespolizei versuchen soll", scherzt Broska.

Obwohl er dem Weitsprung inzwischen größtenteils den Rücken gekehrt hat, liegt ihm dieser Sport noch am Herzen. Deshalb freut er sich auch, dass ein Teil des Geldes, das die Leichtathletik-Abteilung der TSG von der Salzlandsparkasse über die Ausschüttung ihres Zweckertrags bekam, für eine neue Anlaufbahn der Weitsprunganlage im Hegerstadion nutzt. "Für die zweite Bahn wird es aber nicht reichen. Es ist aber gut, dass wenigstens eine erneuert wird. Die Anlage wird ja auch von den Schulen für den Sportunterricht und ihre Sportfeste genutzt."

Interessierte Läufer können beim Training dienstags und donnerstags um 16.30 Uhr im Hegerstadion in Calbe vorbeischauen. Telefon Andreas Broska: (01 77) 3 32 02 03.